Ein Jahr mit Crypto.com

Vor knapp einem Jahr habe ich $20.000 bei dieser damals noch eher unbekannten Plattform investiert. Das war der damalige Mindestbetrag, um eine VISA Karte mit 5% Cashback auf alle Einkäufe zu bekommen und 8,5% Zinsen auf Bitcoin und andere Krypto-Assets zu erhalten. Was ist daraus geworden?

Um es gleich einmal vorweg zu nehmen, bin ich sehr zufrieden. Und das nicht nur, weil mir die Firma die Kappe und eine schicke Sportjacke geschenkt hat.

Was macht Crypto.com eigentlich?

Eigentlich sagt der Name bereits alles! Die Firma hat sich auf die Fahne geschrieben, einem breiten Publikum den Zugang zur Welt der Krypto-Assets zu vereinfachen, indem sie eine Reihe verschiedener Dienstleistungen rund um Kryptowerte in einer einzigen App zusammenfasst.

  • Schnittstelle zwischen Krypto und Euro. Ein-und Auszahlungen vom Bankkonto
  • Börse für den Kauf, Verkauf und Tausch von Kryptowährungen 
  • Anlageplattform für Kryptowerte 
  • VISA-Karte, mit der Euro und Kryptowährungen ausgegeben werden können

All diese Transaktionen haben reibungslos funktioniert und ich nutze die Plattform fast täglich.

Einziger Wermutstropfen: das Ganze funktioniert nur auf einem Smartphone. Auch das ist sicher zukunftsweisend, doch ich würde mir wünschen, dass ich mein Konto auch auf einem größeren Bildschirm verwalten könnte. Die App ist auf den ersten Blick leider etwas verwirrend.

Solides Wachstum

Der Preis des CRO Tokens hat sich seit Januar 2021 um knapp 500% gesteigert und die Mindesteinlage für die “Icy White Karte” beträgt inzwischen $40.000 (€35.000).

Diese Zahlen spiegeln die enorme Zunahme der Nutzer von damals unter einer Million auf derzeit über 10 Millionen.

Im Unterschied zum großen Konkurrenten Binance hat Crypto von Anfang an darauf gesetzt, mit Regulierungsbehörden zusammenzuarbeiten und darf daher seine Dienstleistungen in 49 US-Bundesstaaten anbieten. Das erlaubt ihnen ein aggressive Werbung, so haben sie zum Beispiel den Schauspieler Matt Damon als Imageträger verpflichtet und das Stadion der LA Lakers heißt jetzt Crypto.com Arena. Das Ganze haben sie sich 1 Milliarde Dollar kosten lassen.

Woher kommt dieses Geld? Ich bin einer derjenigen, der ihnen einen kleinen Teil davon zur Verfügung gestellt hat.

Ein hoher Einstand lohnt sich

Ich habe, wie Eingangs gesagt, 250.000 CRO Token gekauft und sie der Plattform im Staking zur Verfügung gestellt. Crypto bietet drei Staking Levels an: €350, €3.500 und eben €35.000 oder mehr. Diese Anlage kann nach 180 Tagen entnommen werden. Ich denke jedoch nicht daran, denn es ergeben sich eine Reihe von Vorteilen daraus, den Betrag weiter auf der Plattform zu halten.

  • 12% p.a. auf die Staking Einlage
  • Deutlich höhere Zinsen im Krypto lending
  • 5% Cashback auf alle Karten Transaktionen
  • Bis zu 60% Rabatt auf die Handelsgebühren
  • VIP Lounge Zugang
  • Rückerstattung der Gebühren für Amazon Prime, Spotify und Netflix

Insbesondere bei den Zinssätzen lohnt es sich deutlich, etwas mehr einzusetzen. Im Vergleich der Anbieter schneidet Crypto ansonsten nicht so besonders gut ab, die Renditen für kleinere Anleger fallen eher mager aus. In den beiden Top-Levels sind sie hingegen unschlagbar.

Quelle: https://www.cryptostudio.com/de/lending-zinsen/

8,5% Zinsen auf Bitcoin

Im nebenstehenden Beispiel hatte ich etwas über 1 BTC für einen Monat angelegt. Wie bei einem Festgeld, kann ich vor Ablauf des Anlagezeitraums nicht über dieses Guthaben verfügen.

Dafür gibt es 4,5% Zinsen, plus weitere 2%, die im hauseigenen CRO Token ausgezahlt werden. Insgesamt 0,00405 BTC und 146,96 CRO. Bei einer Laufzeit von 3 Monaten, erhöht sich die Rendite auf 8,5%.

Auf den Stablecoin USDC kann ich sogar bis zu 14% Zinsen bekommen, ohne das Kursrisiko der Krypto Assets zu haben.

Allerdings entspricht der Wert eines USDC immer einem US-Dollar und damit schwindet die Kaufkraft meiner Anlage mit der Inflation. Die Inflationsrate der US-Währung von 7% halbiert meine Rendite.

12% Rendite im Staking

Zusätzlich zu den eben genannten Vorteilen zahlt Crypto 12% Staking Rewards auf die eingesetzten Beträge. In meinem Fall ist allein das bereits eine kleine Rente. Beim derzeitigen Token Preis, versteht sich.

575 CRO pro Woche

In der Tabelle kann man sehen, dass der monetäre Gegenwert dieses wöchentlichen Zahlungen im, willkürlich gewählten Zeitraum, zwischen $90 und $395 geschwankt hat. Typisch Krypto, eben.

Wenn ich meine Rewards wöchentlich in US-Dollar getauscht hätte, wären es in einem Jahr rund $6.600 gewesen. Als optimistischer Mensch, habe ich sie jedoch behalten und darf mich so über rund 29.000 CRO Token freuen, deren Wert im Moment etwa $12.000 beträgt.

Vorsicht beim Tauschen

Ähnlich wie bei den Zinsen, ist auch hier wieder klar im Vorteil, wer etwas mehr angelegt hat. Die Gebühren bewegen sich mit 0,4% durchaus im Rahmen, doch auch darauf gibt es ganze 60% Rabatt in den beiden oberen Levels.

Als regelrechte Gebührenfalle entpuppt sich jedoch die, auf den ersten Blick sehr praktische Tauschfunktion. Damit kann ich mit ein paar Klicks die verschiedensten Werte gegeneinander tauschen.

In diesem Beispiel wollte ich fast 50.000 Cardano (ADA) in den Stablecoin USDC konvertieren. Der mir angebotene Tauschkurs betrug, wie oben zu sehen 1,3266 USDC pro Cardano. Auf der Börse Binance hätte ich dagegen, zum gleichen Zeitpunkt 1,3478 USDC für jeden meiner Cardano bekommen. Diese 2,1 Cent Unterschied hätten sich da mal ganz schnell eben auf $1.054,38 summiert.

Auch im umgekehrten Fall (rechts) im Bild, beträgt der Spread zwischen dem Marktpreis auf Binance oder Coinbase und dem von Crypto veranschlagten Kurs rund 2 Cent. Happig!

So bequem die Tauschbörse ist, wer sie nutzt, könnte mit einem Mausklick die Zinserträge von 5 Monaten bei 5% Zinsen vernichten. Ich komme später noch darauf zurück, warum ich das sogar eher beruhigend finde.

5% Rabatt auf alles!

Wäre es nicht schön, wenn du von jeder Ausgabe sofort 5% zurück bekommen würdest? Nur dafür, dass du mit einer bestimmten Kreditkarte bezahlst, statt mit Bargeld. Damit visiert Crypto wieder einmal die zahlungskräftigere Kundschaft an. Die musste sich bisher mit Meilen und Punkten zufrieden geben, mit der Crypto VISA gibt es sofort CRO Token. Die können in der App umgehend wieder auf das Kartenkonto gebucht werden.

Nach meiner Anmeldung musste ich drei Monate auf die VISA Karte warten und deswegen konnte ich sie noch kein volles Jahr nutzen. Immerhin hat mir Crypto in diesen neun Monaten rund 29.000 CRO Token gutgeschrieben.

Hätte ich diese sofort zum jeweiligen Zeitpunkt der Gutschrift verkauft, hätte das einem Wert von insgesamt rund $5.200 entsprochen. Habe ich jedoch nicht, und so sind auch diese Token im Moment über $12.000 wert.

Das entspricht rund $1.000 pro Monat, nur dafür dass ich andere Investitionen und Werbeausgaben mit meiner Crypto Karte bezahlt habe. Ich sagte bereits, dass ich zufrieden bin.

Ein Blick hinter die Fassade

Crypto.com wird von dem Unternehmen Foris DAX Asia Pte. Ltd, einer Tochtergesellschaft von Foris DAX MT (Malta) Limited, einem in Malta registriertem Unternehmen mit Hauptsitz in Singapur betrieben. CEO ist Kris Marszalek.

Das Unternehmen wurde 2016 gegründet und lief zuerst unter dem Namen Monaco. Die Domain Crypto.com wurde 2018 für den Betrag von 12 Mio. US-Dollar gekauft und der Name geändert. Ich halte allein das für einen genialen Marketing Schachzug.

Zuletzt waren knapp 10 Millionen User registriert. Crypto beschäftigt 3.000 Mitarbeiter

Die Börse ist in rund 100 Ländern lizensiert, auch in 49 US-Bundesstaaten. Nicht in New York! Die dortigen Auflagen sind zu schwer zu erfüllen.

Die Einlagen der Kunden sind mit bis zu 750 Millionen Dollar gegen Zerstörung, Verlust und Diebstahl (Hacking) versichert. Das versteht sich pro Schadenfall. Kürzlich gelang es Hackern, 4.600 ETH von Crypto.com zu stehlen. Diese rund 15 Millionen Verlust werden von der Versicherung übernommen.

Insgesamt hat sich in Punkte Sicherheit bei allen Börsen einiges getan seit den Zeiten von Mt. Gox. Inzwischen liegen die meisten Coins gar nicht mehr bei den Börsen. Spezialfirmen übernehmen die Aufbewahrung der Kryptowerte.

Kann das alles wahr sein?

Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist bekanntlich auch meist nicht wahr. Viele der angebotenen Leistungen klingen so unglaublich gut, dass man fast geneigt ist, ein Schneeballsystem zu vermuten.

Bei genauerem Hinsehen, zeigt sich jedoch, dass diese Wohltaten, nur relativ wenigen VIP-Kunden zuteil werden. Wer hingegen nicht viel investieren möchte, fährt bei anderen Plattformen deutlich besser.

  • Die Handelsgebühren sind 4x so hoch, wie beim Konkurrenten Binance
  • Die Krypto-Zinsen auf den niedrigeren Levels sind  überaus mager
  • Die Tauschbörse ist extrem teuer
  • Das Cashback ist auf allen Levels auf $12.500 p.a. begrenzt

Wenn die breite Basis mit 6% Zinsen auf Stablecoins abgespeist wird, was 40% weniger ist, als bei vergleichbaren Plattformen, kann es sich die Firma locker leisten ein paar wenigen Nutzern 40% mehr zu bezahlen.

Das zieht sich durch die gesamte Palette der Dienstleistungen und es wird erst bei genauerem Hinsehen deutlich, dass hier nicht das Blaue vom Himmel versprochen wird, sondern eher weniger. Die Macher von Crypto.com sind einfach Marketing Genies!

Damit stehen die Plattform ganz in der Tradition der klassischen Banken. Deren Leistungen lohnen sich auch nur für die wohlhabenden Kunden, während die Mehrheit mit weniger lohnenden Produkten abgespeist wird.

Was das Thema Finanzen betrifft, sind die meisten Menschen eher desinteressiert. Je einfacher ihnen die Prozesse gemacht werden, desto freudiger werden sie die Produkte annehmen.

Ohne danach zu fragen, ob es nicht auch mehr zu holen gibt. Früher waren das Lebensversicherungen und Sparbücher, heute sind es ETFs. Jetzt, wo Krypto so langsam im allgemeinen Bewusstsein ankommt, sind es eben „alles easy“ Plattformen wie Nuri (nur in D) oder Crypto.com.

Deswegen behalte ich meine CRO Token!

Wo liegen die Risiken?

Ich rede nicht gerne über Risiken, sondern schaue lieber auf die Gewinnchance. Dennoch fallen mir zwei, oder drei Dinge ein:

1.) Die Plattform wird zahlungsunfähig. Denkbar ist so etwas, wenn ein Black Swan Event eine epochale Krise auslöst und sämtliche Assets ins Bodenlose stürzen. Dann können die Sicherheiten nicht schnell genug liquidiert werden und die Börse bleibt auf der Differenz sitzen.

2.) Regulatorische Eingriffe. Die Staaten haben sich noch keine abschließende Meinung dazu gebildet, wie sie mit dem Phänomen Krypto umgehen werden. Hier sind durchaus dramatische Einschränkungen denkbar. Besonders, wenn Krypto in Konkurrenz zu digitalen Zentralbankwährungen tritt. Diese werden zwar mit Sicherheit nicht weltweit greifen, jedoch können sie eine großen Anteil der Bevölkerung von Angeboten wie Crypto ausschließen.

3.) Konkurrenz durch dezentralisierte Börsen. Noch sind diese nicht wirklich für ein breiteres Publikum geeignet. Zudem werden sie durch teilweise absurd hohe Gebühren und langsame Netzwerke gebremst. Die Entwicklung geht jedoch schnell weiter und das könnte zentralisierte Plattformen Marktanteile kosten.

Mein Fazit:

Für mich war die Investition in CRO ein Volltreffer!

Die Zinseinnahmen aus dem Lending rechne ich nicht dazu, denn die hätte ich woanders in ähnlicher Weise verdient.

Allein für die CRO Token, kann ich einen Kursgewinn von derzeit $95.000 verbuchen.

Aus dem Staking meiner CRO-Token habe ich den Gegenwert von weiteren $12.000 erhalten.

Zu guter Letzt sind mir über das Karten Cashback nochmals rund $12.000 zugeflossen.

Alle Gewinne sind noch nicht realisiert, denn ich glaube fest an ein weiteres Wachstum der Plattform und eine entsprechende Wertentwicklung ihrer Token.

Lohnt es sich noch einzusteigen? Wer die €35.000 zum Start aufbringen kann, ohne dafür auf Investitionen in andere Projekte verzichten zu müssen, für den lohnt es sich auf jeden Fall. Es lohnt sich auch, nur €3.500 zu investieren und die 12% mitzunehmen.

Es wird schon schiefgehen!

Es ist schon merkwürdig: Dort, wo die meisten Menschen ein Risiko fürchten, sehe ich meist eine Chance. Ich ticke in der Hinsicht schon immer irgendwie anders und heute verrate ich, warum das so ist. Risiken einzugehen lohnt sich nämlich, den Mutigen hilft das Glück! Das gilt für alle Bereiche des Lebens, doch ich schreibe hier vorwiegend über die Risiken beim Investieren.

Ich bin verdammt eigensinnig

Nur weil jemand etwas sagt, muss das ja noch lange nicht stimmen! Auch wenn viele das Gleiche sagen, wird die Aussage dadurch nicht automatisch wahrer. Nachplappern hat nämlich zwei riesige Vorteile: Man spart sich die Mühe des Nachdenkens und macht sich nicht zum Außenseiter. 

Vor allem Letzteres wiegt schwer, denn wenn die Mehrheit glaubt, dass sich die Sonne um die Erde dreht, oder dass Impfen vor Schnupfen schützt, bringt es eine Menge Ärger die gegenteilige Meinung zu vertreten. 

Mich stört so etwas nicht, ganz im Gegenteil werde ich mir in solchen Fällen die konträre Meinung umso genauer anschauen. Es ergibt sich nämlich immer ein Vorteil daraus, etwas zu wissen, was andere nicht wissen. 

Wissen ist Macht

Wenn die Anderen Fußball spielen waren, saß ich im Zimmer und habe gelesen und wenn ich mal nicht gelesen habe, habe ich entweder Experimente angestellt, oder irgend etwas zusammengebaut. Mit 13 Jahren hatte ich nicht nur einen Einser in Chemie, ich konnte auch bedeutend wirksamere Sprengstoffe als Schwarzpulver herstellen und eine einfache Fernsteuerung zusammenlöten. 

Dieses Wissen habe ich mir als Autodidakt erworben, denn im Unterricht lernt man so interessante Dinge halt eher nicht. Ich muss gerade innerlich grinsen, wenn ich mir überlege, wie man heutzutage auf meine damaligen Hobbys reagieren würde! 

Mein ganzes Leben lang habe ich immer wieder Neues gelernt und ich hatte umso größere Freude daran, je exotischer dieses Wissen der Allgemeinheit erschien. 

Wer begeistert sich denn schon für mechanische Uhren, Search Engine Optimization, oder Consensus Algorithmen? Nur sehr wenige, doch es lohnt sich.

Kenne dein Risiko

Ich bewundere Piloten, wie sie schwatzen und scherzen, während sie ihre Checklisten durchgehen und eine Menge Schalter betätigen. Um dann, einige Minuten später, ein hunderte von Tonnen schweres Gerät in den Himmel zu ziehen. Ich würde mir das niemals zutrauen.

Die Leute im Cockpit tun es hingegen schon fast gelangweilt. Weil sie sich jahrelang darauf vorbereitet, eine ganze Menge trockener Theorie gelernt haben und sich ständig über die Entwicklung der Technik auf dem Laufenden halten. Sie wissen einfach, was sie tun.

Niemals würde ich bei meinen Entscheidungen auf die Meinung der Mehrheit vertrauen. Erst recht nicht, würde ich mich für etwas entscheiden, was meiner Lebenserfahrung nach nicht stimmen kann. 

Bei Investitionen, die  50% Rendite pro Monat versprechen, sehe ich nicht einmal hin. Unsere Erde ist nicht flach, sie dreht sich um die Sonne und auch die Märkte folgen den Gesetzen der Natur. Was zu schön klingt, um wahr zu sein, ist es sehr wahrscheinlich nicht.

Aus diesem Grund verbringe ich noch immer einen großen Teil meiner Zeit mit Lesen und Lernen. So bewege ich mich nicht im Blindflug, sondern weiß halbwegs auf was ich mich einlasse. 

Wer arbeitet, hat keine Zeit Geld zu verdienen!

Das hört sich vielleicht etwas arrogant an, daher lasst es mich erklären. 

Zu oft höre ich den Satz: „Ich arbeite so viel, dass ich keine Zeit habe, mich mit Investments zu beschäftigen“. Wer in diesem Glauben lebt, muss sich auf „Fachleute“ verlassen und mit dem leben, was nach Abzug von deren Provisionen, Verwaltungskosten und den allfälligen Steuern noch übrig bleibt. Das ist elend wenig.

Wofür gibst du im Beruf oder Unternehmen dein Bestes, nur um andere die Früchte deiner Arbeit verzehren und verschleudern zu lassen? Es ist völlig unlogisch, dem Erhalt deines erarbeiteten Vermögens keine Zeit zu widmen. 

Es muss nicht in einen full-time Job ausarten, Finanzblogs und gute YouTube Kanäle nehmen dir einen großen Teil der Arbeit ab. Du mußt nur etwas Energie aufwenden, dem Geld etwas Liebe geben.

Was ist, wenn alles futsch ist?

Die Stoiker empfehlen, sich den schlimmsten möglichen Ausgang einer Sache möglichst plastisch vorzustellen. Im Falle von Investments reden wir hier über einen Totalverlust. Wenn du mit der Vorstellung leben kannst, dass das ganze Geld weg ist, hast du auch das Risiko im Griff.

Vor jeder größeren Entscheidung stelle ich mir die Frage, wie stark ein ungünstiger Ausgang mein Leben verändern könnte. Wenn ich nicht mit diesen Folgen leben möchte, werde ich mich anders entscheiden.

Baldiger Tod, schwere Krankheit, Behinderungen , oder Gefängnisaufenthalte sind für mich die Grenze des Zumutbaren. Geht es nur um Geld, bin ich eher entspannt, das wächst nämlich nach.

Begrenze deinen Einsatz

Das hängt eng mit dem vorigen Punkt zusammen. Wenn deine Wette nicht aufgeht und du das eingesetzte Kapital zum Teil, oder sogar ganz verlierst, sollte es dein Leben nicht groß ändern.

Das bedeutet, dass du niemals und unter gar keinen Umständen mit Beträgen spekulieren darfst, die du innerhalb der nächsten Jahre brauchen wirst! Und schon dreimal nicht mit geliehenem Geld. Niemals, nie, never ever!

Gordon Gecko in „Wall Street“ hatte unrecht, Gier ist nicht gut! Zu viel zu wollen, verblendet den Verstand. Wer nur den großen Gewinn sieht, geht in den Blindflug ohne Instrumente. Das kann gut gehen, sehr wahrscheinlich wirst du jedoch am nächsten Gebirgszug zerschellen.

Setze nicht alles auf eine Karte

Wenn du deine Risiken sorgfältig verteilst und deine Wetten gegeneinander ausbalancierst, werden große Vermögensverluste sehr unwahrscheinlich. 

Setze ich zu gleichen Teilen auf Aktien und auf Gold, wird das Edelmetall nicht groß an Wert zunehmen, so lange der Aktienmarkt boomt. Kommt hingegen eine große Krise, steigt sein Wert und wird einen Teil meiner Verluste auf dem Aktienmarkt aufwiegen. Das hoffen jedenfalls Viele.

Es muß durchaus nicht so kommen, ich halte daher weder Aktien noch Gold. Stattdessen (unter anderem) die Kryptowährungen Ethereum und Cardano. Scheitert Ethereum, gewinnt Cardano – und umgekehrt.

Nur ein Vollidiot rennt ins Casino und setzt alles auf die 19. Seine Chance zu verlieren beträgt 1:37. Wer hingegen auf Kombinationen von 50 : 50 Chancen setzt, kann den Abend ohne Verluste verbringen. Mit viel Glück sogar ein paar Chips gewinnen.

Zeit ist Geld

Auch dieser Satz wird allzu gerne mißverstanden. Vermögend wirst du nämlich mit Sicherheit nicht dadurch, dass du jede Minute deines Lebens dem Geld hinterher rennst. So handeln arme Schlucker.

Es geht es vielmehr um den brutalen Effekt, der eintritt, wenn deine Renditen anfangen Renditen zu bringen. Nimm €1.000 und lege sie zu 7% Zinsen pro Jahr an, sie werden sich binnen 10 Jahren verdoppeln. Das ist die Magie des Zinseszinses.

Bei einer Anlage von 1.000 Euro erhalte ich damit jedoch nur die Kaufkraft, denn die Inflation beträgt ebenfalls 7%. Kaufe ich hingegen Bitcoin für den gleichen Betrag, erhalte ich die gleichen Zinsen und habe zusätzlich die Chance, dass sich dessen Wert weiter vervielfacht. Ja, das ist spekulativ, ich halte es jedoch nicht für riskant.

Man kann von Spekulationen leben, sehr gut sogar. Es wird nur in der Regel eine ganze Zeit dauern, bis du so viel Vermögen angehäuft hast, dass du mit diesen Einkünften wirklich rechnen kannst. 

Denke also vorsichtshalber mal lieber in Jahrzehnten. Du hast viel Zeit, denn erfolgreiche Spekulanten werden nämlich verdammt alt. André Kostolany 93 (+), George Soros 91, Warren Buffett 91, Charles Munger 98

Nur wer schon tot ist, lebt ohne Risiko

Der Satz trifft sicher auch nicht jedermanns Humor, deswegen ist er dennoch wahr. Wir kommen nackt auf diese Welt und verlassen sie genauso, das ist unabdingbar. Wer das vergisst, oder verdrängt, ist in meinen Augen ein Narr. Ja, es gibt viele davon.

Die große Kunst des Lebens besteht darin, den Moment des eigenen Abgangs so vorzubereiten, dass dabei möglichst wenig Leid entsteht und dabei so schonend mit dem Vermögen umzugehen, dass es bis zum letzten Atemzug reicht. 

Ich muss nicht der reichste Mann auf dem Friedhof sein. Doch der Gedanke, dass nahezu ein Drittel meines Vermögens dem Deutschen Staat zufallen wird, wenn ich es nicht vorher ausgebe, macht mich geradezu immun gegen Verlustängste.

Hier kommst du nicht lebend raus!

Ich werde oft gefragt, wie ich es denn anstelle (nahezu) immer gut aufgelegt zu sein und mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen. Naja, warum auch nicht? Mir geht es gut und die Umstände scheinen sich seit Langem auf magische Weise zu meinen Gunsten zu entwickeln. Es läuft!

Das ist jedoch nur eine Seite der Medaille, denn ich lebe genauso in dem Bewusstsein, dass dieses wunderschöne Leben nicht von Dauer ist und dass es jederzeit ein plötzliches Ende nehmen kann. Ja, dass dieses Ende sogar von der Natur unausweichlich vorgesehen ist. 

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei!

Auch mein gepflegter Körper wird altern und ab einem gewissen Zeitpunkt Stück für Stück seinen Dienst quittieren. Der Verfall und Tod der eigenen Eltern haben mir das rechtzeitig zu Beginn meiner eigenen „besten Jahre“ vor Augen geführt. „Verzieh nicht das Gesicht, in ein paar Jahren liegst du auch so da!“ Das war die letzte Lektion, die ich von ihnen lernen durfte. 

Umso weniger Sinn macht es vor diesem Hintergrund, sich auch nur einen einzigen, der verbleibenden, kostbaren Tage mit Sorgen, Ärger und schlechter Laune zu versauen. Wann immer ich so einen Moment erlebe, schließe ich kurz die Augen und vergegenwärtige mir den Anblick der geliebten Menschen in Pflegebetten. Dann atme ich ein paar Mal tief ein aus und lasse es einfach los. 

Was auch immer mir Anlass zu negativen Emotionen gegeben hat, ist doch absolut nichtig. Denn es ist genauso vergänglich wie das ganze Leben an sich. Was bleibt schon von deinen ganzen, vermeintlich großen, Problemen, wenn du dir mal knallhart vor Augen führst, dass auch du sterben wirst? 

Freunde dich mit dem Tod an

Buddha empfiehlt seinen Mönchen eine ziemlich eklige Meditation. Stell dir vor, wie dein toter Körper auf dem Boden liegt und zu verwesen beginnt. Sieh zu, wie sich die Raben und Geier ihren Anteil holen, während von unten her die Würmer und Insekten angreifen. Dein Körper ist Teil der Natur und sie wird dich auch wieder aufnehmen, wenn deine Zeit abgelaufen ist. Wir sind alle Teil des Kreislaufes von Werden und Vergehen. Es lohnt sich einfach nicht, das Unweigerliche zu fürchten.

Die Stoiker sind nicht ganz so plastisch, doch auch ihr „Memento Mori“ legt uns nahe, uns mit dem Gedanken an unser Ende anzufreunden. Es schärft das Bewusstsein dafür, dass einzig und allein unsere Lebenszeit die einzig unwiederbringliche Ressource ist. Alles kommt und geht, doch die Lebenszeit läuft ab. Nutze sie daher, so gut du kannst.

Nichts ist unersetzlich – außer deiner Lebenszeit

Ich habe gute Freunde verloren, mehr als eine große Liebe ist über die Jahre zerbrochen und völlig pleite war ich auch schon mal. Auf geradezu wundersame Art und Weise kam jedoch alles wieder zurück. Neue Freunde, neue Liebe, frisches Geld. Wie gut, dass ich mich noch nie allzu lange über Verluste, Niederlagen und Demütigungen aufregen konnte!

Wenn du dir immer mal wieder den großen, endgültigen Verlust deiner Existenz vor Augen führst, schrumpfen alle sonstigen Widrigkeiten zu winzig kleinen Hindernissen. Es sind ja meist nicht einmal die Umstände selbst, die uns zu schaffen machen, sondern nur unsere Einstellung dazu. Auf die Umstände haben wir sehr oft keinen Einfluß, doch unsere Reaktion darauf steht immer komplett in unserer Macht. 

Wir können akzeptieren, was ist und uns sogleich den schöneren Facetten unseres Daseins zuwenden, oder wir können rebellieren und jammern, uns in Selbstmitleid suhlen und die Schuld bei anderen suchen. Doch wofür auch immer wir uns entscheiden, es wird nicht das Geringste an den Dingen ändern, die uns nicht gefallen. 

Du bist Herr deiner Gedanken und Emotionen

Die Bitternis über das Unabänderliche wird uns lediglich jenen Teil des Daseins vergällen, den wir ansonsten unbeschwert genießen könnten. Selbst das vermeintlich verpfuschteste Leben, hat nämlich immer noch mehr als genug lebenswerte Momente. 

Ich kenne Menschen, die mit schweren Behinderungen ein zufriedenes Dasein führen. Ich kenne auch Menschen, die jahrelang im Gefängnis saßen und sich damit arrangiert hatten. Was bleibt denn schon übrig, wenn dich das Schicksal so richtig in den Arsch tritt? Auch dann muss es nämlich irgendwie weiter gehen –  und es geht! 

Mein Vater musste drei Jahre seines Lebens anderen Menschen beim Sterben an der Ostfront zusehen (und dabei sein eigenes Leben erhalten). Dennoch habe ich von ihm nie recht viel mehr als ein Achselzucken über das Ganze vernommen. Er war Humanist und Stoiker.

Andererseits, habe ich viele kleinliche Klagen gehört, vorzugsweise in dunklen Kneipen (männlich) und auf Dating Portalen (weiblich). Früher fühlte ich mich noch dazu berufen, etwas Positives zum Leben dieser Menschen beitragen zu wollen. Ich habe mich immer wieder daran versucht und bin in der überwiegenden Anzahl der Fälle krachend gescheitert. 

Die Undankbaren bestraft das Leben

Jammern und Klagen scheint eine Droge zu sein, welche diese Unglücklichen genau dort hält, wo sie sind. Deswegen suche ich heute nur noch das Weite, wann immer ich den häßlichen Gesang der Undankbarkeit höre. Je weiter ich beim Geburtsjahr nach unten scrollen muss, desto weniger bin ich geneigt, meine verbleibende Lebenszeit in Gesellschaft von hoffnungslosen Fällen zu verbringen. Sorry!

Je älter ich werde, desto mehr dämmert es mir nämlich, was für ein unverschämtes Glück ich in meinem Leben hatte. In der großen, weltweiten Geburtslotterie, habe ich einen der Haupttreffer gezogen! 

Ich könnte nun nach dem großen Sinn dahinter suchen, doch allein aufgrund der Vergänglichkeit meines Daseins und meiner winzigen Bedeutung im großen Weltenspiel, erscheint mir das als ziemlich lächerliches Vorhaben. 

Ist es nicht viel sinnvoller, zu akzeptieren was ist und jede Minute seines Daseins dankbar dafür zu sein?

Genau deshalb gehe ich mit einem breiten Lächeln durchs Leben.

Warum du bei der Sparkasse bleiben solltest

Wo hat man als „Staatenloser“ eigentlich seine Bankkonten? Wer jetzt an exotische Finanzplätze denkt, liegt gründlich daneben!

Wenn du der deutschen Steuerpflicht dank Abmeldung entronnen bist, spricht nämlich gar nichts dagegen, deine Konten einfach dort weiterzuführen, wo du sie schon immer hattest.

Sonst behaupte ich ja gerne, dass im Ausland alles besser ist, als in Deutschland. Bei den Banken möchte ich jedoch ganz ausdrücklich eine Ausnahme machen, die sind nämlich in Deutschland geradezu herrlich entspannt. 

Konto ohne Wohnsitz

Der größte Vorteil besteht gleich einmal darin, dass diese Konten bereits bestehen! Möglicherweise tun sie das schon seit vielen Jahren, was dir (hoffentlich) eine entsprechende Bonität verschafft hat. 

Dein angestammtes Kreditinstitut weiß jedoch auch, woher dein Geld kommt und wofür du es ausgibst. Eine ganze Reihe von Fragen in Zusammenhang mit der Geldwäscheverordnung und zur Mittelherkunft werden daher erst gar nicht aufkommen. Bei einem neuen Institut fängst du mit alledem bei Null an. 

Ohne Anmeldung und Wohnsitz im Ausland Konten zu eröffnen, ist nämlich gar nicht so einfach und kann in einen wahren Hürdenlauf ausarten. Das liegt auch daran, dass eine deutsche Banklehre immerhin noch eine ernst zu nehmende Berufsausbildung ist. Dieses Ausbildungsniveau ist woanders unerreicht und ich gebe immer wieder gern meine Erfahrungen mit grenzdebilen spanischen und zypriotischen Bankern zum Besten. In den Momenten, in denen ich mich damit herumschlagen musste, fand ich es allerdings nicht so lustig. Inzwischen habe ich in beiden Ländern keine Bankverbindung mehr.

Kontoauszug statt Stromrechnung

Vor der Eröffnung jedes neuen Kontos steht immer das Durchlaufen der KYC (Know Your Customer) und dazu zählt der Nachweis eines Wohnsitzes. In den meisten Ländern gibt es kein Meldewesen wie in Deutschland, die Adresse steht nicht auf dem Personalausweis. Du wirst sie daher mittels einer auf deine Wohnadresse ausgestellten Stromrechnung, oder Wasserrechnung nachweisen müssen. Fehlanzeige bei beliebten Nomadenherbergen wie AirBnB, jedoch auch bei Langzeitmietverträgen laufen die Versorgungsverträge oft weiter auf den Vermieter. 

Neben diesen Verbrauchsrechnungen akzeptieren die meisten Banken und Fintech Plattformen jedoch auch die Kontoauszüge anderer Kreditinstitute als Wohnsitznachweise. Das ist ein weiteres, gewichtiges, Argument dafür deine alten Konten einfach zu behalten!

Dafür solltest du deiner Bank lediglich eine Adresse im EU-Ausland als neue Korrespondenzadresse angeben. Dort sollte auch tatsächlich Post für dich in Empfang genommen werden, in machen Fällen zuerst ein Registrierungsbrief, um die Änderung zu verifizieren. Später dann deine jeweils aktuelle Kreditkarte.

CRS Meldungen ins Leere laufen lassen

Mit deiner Abmeldung aus Deutschland ist deine Steuerpflicht erloschen, auch für deine Bank bist du hinfort Steuer-Ausländer. 

Das bedeutet, dass sie sich im Inland um nichts weiter kümmern müssen, was dich betrifft. Deine Bank wird dich also auch nicht weiter mit Fragen nach Betriebswirtschaftlichen Auswertungen, Bilanzen oder Steuererklärungen behelligen. Im Zweifel bleibt es beim jeweils letzten Stand deiner Bonität.

Deine Kontenbewegungen werden jedoch hinfort im Rahmen des CFC Finanzdatenaustauschs an das Land gemeldet, in welchem sich deine Zustelladresse befindet. Das ist das besonders dann sehr praktisch, wenn du dafür ein Land gewählt hast, in welchem du dich nur selten aufhalten möchtest. 

Deine Banken melden beispielsweise nach Portugal, weil sich deine Korrespondenzadresse dort befindet. In Portugal können die Behörden jedoch nichts mit deinem Namen anfangen, weil du zwischen Spanien und Mexiko pendelst. 

Doch weder Spanier noch Mexikaner werden jemals davon Kenntnis erhalten, weil du dort keine Konten unterhältst. So bleiben deine Transaktionen überall dort verborgen, wo eine Steuerpflicht wegen Aufenthalt oder Lebensmittelpunkt drohen könnte.

Kreditkarte statt Debitkarte

Wenn du ein neues Konto im Ausland eröffnest, wirst du sehr wahrscheinlich erstmal gar keine Kreditkarte bekommen, außer du deponierst einen Betrag in Höhe des gewünschten Monatslimits. 

Mit den Debitkarten, die du teilweise sofort ausgehändigt bekommst, kannst du lediglich über das Guthaben auf dem Girokonto verfügen. Autovermietungen, aber auch den meisten Hotels ist das zu wenig Garantie, sie verlangen eine Kreditkarte zur Absicherung ihrer Forderungen – und der Verfügungsrahmen dieser Karte sollte nicht zu knapp bemessen sein.

So ist es mir auf meiner ersten USA Reise passiert, dass die Minibar verschlossen blieb, weil sich die Autovermietung eine großzügige Kaution reserviert hatte und das Hotel, trotz bezahlten Aufenthaltes, auch gleich noch mal $1.000 sehen wollte, falls ich Durst auf Champagner vom Roomservice bekommen sollte. Ich durfte nicht einmal meine Bank anrufen, damit sie das Limit erhöht. Natürlich gab es auch am Automaten erstmal nichts mehr. Wir hatten zwei sehr sparsame Tage, bis ich meinen Bankberater an den Apparat bekam. Lesson learned!

Deine Hausbank wird in der Regel kein Problem damit haben, dich mit einer kaufkräftigen Karte auf die Reise zu schicken, wenn du die Situation erklärst. Sie wird sich das nämlich über die Gebühren für den Auslandseinsatz bezahlen lassen. Doch das ist es mir wert!

American Express – meine Gesundheitskarte

Wo wir gerade von geballter Kaufkraft sprechen, empfehle ich auch eine Platinkarte von AMEX. Mit €660 Jahresgebühr ist sie zwar nicht gerade billig, doch bei entsprechender Nutzung kommt dieser Betrag über eine Reihe von Vergünstigungen wieder zurück.

Außerdem hat diese Karte kein festes monatliches Limit. Der Verfügungsrahmen errechnet sich, neben einer Reihe anderer Parameter, über die Umsätze der letzten Monate. So habe ich meine AMEX auf ein Limit von €50.000 pro Monat „trainiert“, was eine sehr beruhigende Liquiditäts Reserve für alle Fälle ist. Ich denke dabei nicht primär an die günstige Gelegenheit beim Rolex-Händler, sondern an einen Unfall oder plötzlichen Krankheitsfall. 

Besonders in den USA kann so ein Ereignis zu sofortigen Zahlungsverpflichtungen in fünfstelliger Höhe führen, doch eben nicht nur dort. In nahezu jeder Arztpraxis oder Klinik weltweit steht ein Kartenterminal vor dem Zutritt zum Behandlungsraum.

Bekannte wollten sich in einer Privatklinik in Mexico behandeln lassen und sollten zum Einstand gleich mal $12.500 hinterlegen. Sie wußten nicht, dass die Behandlung in den öffentlichen Krankenhäusern kostenlos ist – doch dazu muss man eben Spanisch können. 

Viele deutsche Versichertenkarten sind im Ausland unbekannt und auch wenn die Versicherung später die Kosten übernimmt, muss die Garantie vorab hinterlegt werden. Bitte daran denken, dass du außerhalb Europas wesentlich stärker in die Verantwortung genommen werden kannst. Großzügige Verfügungsrahmen sind daher kein Luxus.

Wise überweisen!

Natürlich ist deine Sparkasse nicht besonders gut darauf eingestellt, Online-Überweisungen in Mexikanischen Peso durchzuführen. Damit solltest du sie auch nicht weiter belasten, sondern lieber ihren letzten Bankauszug dazu verwenden, um ein Privatkonto bei Wise zu eröffnen. 

Du erhältst eine IBAN in Belgien und kannst per Mausklick Währungskonten in einer Vielzahl von Währungen eröffnen. Dann einfach vom Euro Guthaben umbuchen und schon kannst du mit der giftgrünen Wise Mastercard überall relativ günstig die Landeswährung aus dem Automaten holen. Oder eben auch Überweisungen in dieser in Auftrag geben. Sehr einfach, am Smartphone und zu geringen Kosten.

Ich bin begeistert von Wise und nutze es mittlerweile auch geschäftlich. Mit sechsstelligen Monatsumsätzen, problemlos. 

Willst du dein Wise-Konto für Transaktionen mit Krypto Plattformen nutzen, stelle bitte sicher, dass diese in UK oder der EU lizensiert sind. Mit Binance könnte es immer noch Probleme geben, Coinbase, Kraken etc.. sind jedoch safe.

Crypto: Punkt Com!

Wise hat auch nichts gegen crypto.com, denn die sind nicht nur in allen US-Bundesstaaten lizensiert, sondern eben auch in der EU. 

Auf dieser neuartigen Plattform kannst du nicht nur die meisten gängigen Kryptowerte kaufen, sondern diese auch gegen Zinsen verleihen und bis zu 8,5% p.a. verdienen, wenn du eine genügende Anzahl von den hauseigenen CRO Token hältst. 

Das lohnt sich nicht nur wegen deren zu erwartender Wertsteigerung, sondern auch wegen der Rückerstattung von bis zu 8% auf jede Ausgabe, die du mit der crypto.com VISA Karte tätigst. 

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Steuerfrei mit dem Dreiländer Trick

Wer „auswandern“ möchte, ist allzu oft in der Vorstellung gefangen, dass er dafür das nicht mehr geliebte Vaterland gegen ein anderes Land ersetzen muss. Doch das ist schlichtweg falsch!

Abmelden macht frei!

Mit der Abmeldung bei der Meldebehörde erlöschen deine gesamten Pflichten in Deutschland. Du mußt dafür nicht nachweisen, dass du woanders einen Wohnsitz genommen hast, es reicht völlig aus, das Land zu verlassen. 

Die Behörde wird dich lediglich zu statistischen Zwecken fragen, wohin die Reise gehen soll. Dazu empfehle ich ein beliebtes Zielland außerhalb der EU anzugeben. Einfach so, es kann und wird niemand kontrollieren, doch wenn Medellín, Kolumbien in der Abmeldebestätigung vermerkt ist, fällt es leichter Mobilfunkverträge loszuwerden. Auch eventuellen Fragen der gesetzlichen Krankenkasse nach einer Anschlußversicherung im EU-Ausland dreht das schnell die Luft ab.

Das war es im Groben und Ganzen. Herzlichen Glückwunsch, du hast es geschafft, ein freier Mensch zu werden!

Denn natürlich ist damit auch deine persönliche Steuerpflicht in Deutschland erloschen. Abgesehen jedenfalls von Sonderfällen, wie Firmenbeteiligungen und ähnlichen Verflechtungen. Nun musst du nur noch aufpassen, keinem anderen Land in die Falle zu gehen. 

Mit einer „Anmeldung“ wo auch immer, würdest du jedoch genau das tun. Nur wenige Staaten sind so unangenehm wie Deutschland, doch Staat bleibt Staat und System bleibt System. Frei lebst du nur dann, wenn du erst gar keinem angehörst.

Frei bleiben – so geht es

Ganze 23 Länder auf dieser Welt verlangen gar keine Steuern von ihren Bürgern. Davon haben jedoch alle ziemlich gravierende andere Nachteile. In 40 weiteren Ländern kannst du dich dauerhaft niederlassen, wobei deine Einkünfte aus dem Rest der Welt steuerfrei bleiben (Territorialbesteuerung). Dazu gibt es noch einige mehr oder weniger interessante Sonderfälle, auf die ich hier nicht eingehen möchte. 

Doch auch wenn sich unter all den Ländern keines findet, das dein Herz höher schlagen läßt, ist es noch kein Beinbruch. Du musst deine Lebenszeit nur geschickt zwischen mindestens drei Ländern aufteilen und ein paar zusätzliche Kleinigkeiten beachten, um einer Steuerpflicht dauerhaft zu entgehen.

Die Sache mit den 183 Tagen

Nahezu alle Länder mit Residenzbesteuerung (Besteuerung nach Aufenthalt) legen einen Aufenthalt von mehr als einem halben Jahr, 181 oder 183 Tagen, als Kriterium für eine steuerliche Veranlagung fest.

Bleibst du weniger Zeit im Land, lebst du steuerfrei. Das gilt jedenfalls, wenn Dir kein „Lebensmittelpunkt“ unterstellt werden kann. Kriterien dafür sind regelmäßig:

  1. Kinder in der Schule
  2. Ansässige Ehepartner
  3. Erwerbstätigkeit im Land
  4. Firmen und sonstige wirtschaftliche Interessen (Immobilienbesitz reicht nicht aus)

Die meisten Staaten halten sich bei der Unterstellung eines Lebensmittelpunktes an diese Punkte. Die „Verfügungsgewalt über eine Wohnung“, wie in Deutschland, reicht nicht aus. Es empfiehlt sich dennoch, das von Einzelfall zu Einzelfall zu prüfen. Gerade eben habe ich gelernt, dass in Holland die Mitgliedschaft in einem oder mehreren Vereinen zur Steuerpflicht führen kann. Ja, sogar wenn sich dein Hausarzt in Holland befindet, kann das schon ausreichen.

Lang, kurz, lang, oder lang, lang, kurz?

Erfüllst du jedoch keines der Kriterien, kannst du problemlos deine Sommer am Mittelmeer verbringen und deine Winter in der Karibik, so wie ich das tue. Weniger als 181 Tage Spanien und weniger als 181 Tage in Mexico. Also vielleicht ein kleiner Zwischenstopp in Amsterdam oder Lissabon? 

Das Schöne an dieser Lösung ist, dass sich damit die steuerlichen Vorteile des Nomadenlebens mit den Annehmlichkeiten eigener Wohnungen verbinden lassen. Denn in den meisten Ländern löst die Verfügungsgewalt über eine Wohnung eben noch keine Steuerpflicht aus. 

Das Gleiche gilt übrigens auch für eine erteilte Aufenthaltsgenehmigung. Meine mexikanische „Residencia Temporal“ berechtigt mich nur dazu, länger als 180 Tage pro Jahr im Land zu bleiben. Tue ich es jedoch nicht, muss ich in Mexico trotzdem keine Steuern zahlen. Feine Sache!

Alles kann, nichts muss, wenn du die Klaviatur des internationalen Lifestyles beherrscht.. 

Wer prüft das nach?

Zuerst einmal wird das keinen Menschen interessieren, sehr lange nicht.

Leider werden die Zeiten nicht besser und irgendwann könnte der Moment kommen, in dem Fragen gestellt werden, spätestens dann, wenn du dein Geld in Immobilien investieren willst, oder wenn sich die Compliance deiner Bank mal wieder verschärft. Dann solltest du schnell und überzeugend antworten können.

Ich lege mir für jedes Jahr einen visuellen Kalender an, in dem meine spanischen Tage gelb markiert sind und die mexikanischen rot. Das gibt zwei schöne Blöcke. Die Tage in anderen Ländern markiere ich grün.

Dazu lade ich mir die Abrechnungen meiner täglich genutzten Kreditkarte herunter und speichere sie im gleichen Ordner. Das ist wichtig, weil sie nach einigen Jahren nicht mehr abrufbar sind.

So kann ich auf Nachfrage, von wem auch immer, jederzeit einen Aufenthalt von weniger als 183 Tagen im Land belegen.

Das Beste aus zwei Welten

Auf diese Art und Weise genieße ich meine Wintermonate im Kreise vieler Gleichgesinnter Freiheitsfreunde im lauten, bunten Mexico. Wenn es mir dort zu heiß wird, ziehe ich um in unsere luxuriöse Altbauwohnung im Herzen von Barcelona und schlemme mich ein paar Monate durch die außerordentliche Gastronomie dieser Weltstadt. 

Ich möchte doch gar nicht mehr dauernd an einem Ort leben müssen! Der halbjährliche Wechsel ist mir viel weniger lästige Pflicht, als vielmehr ein luxuriöses Merkmal eines sorgfältig durchdachten Lebensstils.

Wenn du nun glaubst, dass zwei Mieten und ein paar Flugtickets ganz schön viel Geld verschlingen, dann frag dich einfach mal, wie viel Steuern du im letzten Jahr bezahlt hast und wie viel Zwangsbeiträge an sinnlose Versicherungen geflossen sind?  

Lass dich beraten…

Gerne helfe ich auch dir bei einer Analyse deiner Wünsche und deiner persönlichen Ausgangslage. Du wirst erstaunt sein, welche Möglichkeiten auch dir offen stehen.

Lasst uns mal über Geld reden!

Oder hast du etwa auch gelernt, dass man über Geld nicht spricht? In dem Fall möchte ich fast wetten, dass du dir schon öfter Gedanken um Geld gemacht hast, als dir lieb war. 

„Geld verdirbt den Charakter“, „Geld macht nicht glücklich“, „Glück kann man nicht kaufen“. Derartige Sprüche zeigen, dass wir von Jugend auf völlig falsch gepolt sind, was dieses Thema betrifft.

Ganz nüchtern betrachtet, ist Geld weder gut noch böse. Man hat es, oder man hat es nicht. Allein, die überwiegende Mehrheit hat es halt eher nicht im Überfluss und das hat ganz einfache Ursachen:

Wer keine Güter oder Dienstleistungen zum Tauschen hat, dem bleibt nichts anderes übrig, als seine Lebenszeit zu verkaufen. 40 Stunden pro Woche, jahrein, jahraus. Dann wird noch ein beträchtlicher Teil des Lohns für Steuern und Zwangsversicherungen abgezogen. 

Wer als Freiberufler oder kleiner Unternehmer Dienstleistungen und Waren anbieten kann, verdient mehr, muss nur zum Teil an den Zwangsversicherungen einzahlen und kann seine Steuerlast über Ausgaben und Investitionen etwas reduzieren. 

Beide haben jedoch gemeinsam, dass sie einen beträchtlichen Anteil ihrer Tage damit verbringen, Geld zu erwirtschaften. Beiden bleibt keine Zeit, sich in finanziellen Dingen weiterzubilden und sich mit den Möglichkeiten der Märkte vertraut zu machen. Immer wieder höre ich von Freunden, dass sie „keine Zeit und keine Energie“ haben, um sich mit Geldanlagen zu beschäftigen.

Finanzielle Bildung beschränkt sich darauf, Buchführung gelernt zu haben, um brav Steuern zu zahlen zu können. Der Rest wird gern „Fachleuten“ von Banken und Versicherungen überlassen. 

Doch deren Beratung ist alles andere als unparteiisch. Sie leben von Provisionen und die fallen um so höher aus, je nachteiliger das Geschäft für den Kunden ist. 

Wer vor 30 Jahren eine Lebensversicherung abgeschlossen, ist heute, gelinde gesagt, in den Arsch gekniffen. Denn, leider, leider haben sich die Anlagen nicht so positiv entwickelt, wie es damals in Aussicht gestellt wurde. Und selbst das war eigentlich schon lausig. 

Es ging nicht besser, denn die Gesellschaften durften, zur „Sicherheit“ ihrer Kunden, nur einen Teil in Aktien oder Immobilen anlegen und mussten den größeren Teil in Staatsanleihen und ähnliche Schrottpapiere packen. Doch gerade deren Renditen fielen seit 2009 ins Bodenlose, während der Aktienmarkt von Rekordhoch zu Rekordhoch eilte. 

Lassen wir uns das auf der Zunge zergehen: Die „riskanten“ Anlagen haben eine dreistellige Performance vorgelegt, während die „sicheren“ Papiere nichts mehr abwerfen. Dumm gelaufen.

Deshalb verkaufen die Typen in den billigen Anzügen heute Aktienfonds. Die bringen Nettorenditen von bestenfalls 6%, bei einer Inflationsrate von 7%. Herzlichen Glückwunsch, hier ist erneut in den Arsch gekniffen, wer auf „Sicherheit“ setzt.

Jetzt versprechen Kryptowerte die Rückkehr der Rendite, bisher hat noch keine Anlageklasse einen derart spektakulären Wertzuwachs erfahren. Zusätzlich lassen sich damit Zinsen verdienen, bis zu 10%.

Natürlich warnen die Anzugträger wieder und in der Tat braucht man für die Kursschwankungen von Bitcoin & Co einen starken Magen. Wer sich nicht mit der Materie vertraut gemacht hat, kommt leicht in Versuchung in Panik zu verkaufen und Verlust zu machen. Anstatt die Gelegenheit zum Nachkaufen zu nutzen. Doch auch das war schon immer so. Wissen schafft Vertrauen.

Ist es nicht bitter, dass ausgerechnet diejenigen, die ihre Zeit gegen Geld tauschen, keine Zeit für Geld haben? Wer arbeitet, hat keine Zeit Geld zu verdienen. Das ist kein schnöseliger Spruch, sondern die reine Wahrheit.

Geld mag zwar nicht glücklich machen, doch nicht genug davon zu haben macht definitiv unglücklich. Nehmt Euch also bitte Zeit für finanzielle Bildung, es ist kein Hexenwerk und das Lohnendste, was Ihr tun könnt.

Natürlich könnt ihr auch mich fragen, denn ich rede gerne über Geld!

Auswandern wegen Corona?

Ich werde oft gefragt, wohin man denn am besten auswandern könne, welche Länder ich empfehle. Ging es bis vor Kurzem noch um Steuern und warmes Klima, scheint sich jetzt alles darum zu drehen, in welchen Staaten ungeimpfte Bürger die wenigsten Einschränkungen zu erdulden haben.

Doch, wie soll ich darauf eine vernünftige Antwort geben, wenn sich die dementsprechenden Bedingungen nahezu im Wochentakt ändern? Im Gegensatz dazu hingegen, bringt eine Auswanderung immer eine radikale Veränderung des bisherigen Lebens mit sich und zwar auf Dauer. 

Ganz ehrlich, wem es lediglich ums Nicht-Impfen geht, dem kann ich davon nur dringend abraten, Deutschland Hals über Kopf zu verlassen. Wer weiß denn schon, wie sich die Situation im neuen Land entwickelt? Wo es heute noch locker zugeht, droht morgen schon vielleicht der nächste Lockdown. Dann stündet ihr wieder dort, wo ihr begonnen habt.

Ich sehe das Licht am Ende des Tunnels

Gefühlt hat sich in den letzen Wochen nahezu jeder mit der aktuellen Variante der “Pandemie” infiziert. Zumindest kennt inzwischen jeder jemanden, der es hatte. Omicron hat uns allen gezeigt, was in den meisten Fällen passiert, wenn “es dich erwischt”: Nicht allzu viel!

Ich hatte es selbst und lag ein paar Tage lang richtig flach, doch fast ohne weitere Symptome. Viele meiner Bekannten berichten das Gleiche. Es ist nicht mehr und nicht weniger als das, was der Hausarzt früher einen “saisonalen, grippalen Infekt nannte”.

Ich möchte dabei nicht leugnen, dass man daran sterben kann! Es gibt durchaus schwere Verläufe, nur sind diese halt extrem selten. Auch das war schon immer so. Man sollte den Infekt ernst nehmen und wirklich ein paar Tage das Bett hüten – auch aus der viel geforderten Rücksicht auf Andere. Der CSU Politiker Horst Seehofer wäre vor vielen Jahren beinahe an so einer “verschleppten Erkältung” gestorben.

Dieses “Corona zum Anfassen” bewirkt langsam einen Umschwung der Stimmung. Immer mehr Menschen verlieren die Angst vor einer Erkrankung. Auch wenn die deutsche Presse den Blick ins Ausland sorgfältig vermeidet, kommen von dort zunehmend gute Nachrichten.

Spanien hat die Pandemie offiziell für beendet erklärt und setzt sich nun dafür ein, dass das auch auf EU-Ebene deklariert wird. Der deutsche Gesundheitsclown mag dagegen sein, einige seiner Kollegen werden es anders sehen.

Auch England kommen noch bessere Nachrichten: dort ist der Wahnsinn bereits komplett zu Ende.

Fragt euren kritischen Arzt!

Geht es ums Impfen können nur Ärzte helfen, denn sie kennen nicht nur die jeweils aktuelle Rechtslage, sondern auch jene Umstände, die von einer Pflicht befreien können. Für meine Jahrgänge gab es noch die Wehrpflicht – eine Verpflichtung, die ich – angesichts Millionen Toter in zwei Weltkriegen – noch als viel ungeheuerlicher empfunden habe als die heutige de-facto Impfpflicht. 

Auch hier haben Ärzte geholfen. Einige meiner Freunde konnten sich aufgrund medizinischer Diagnosen davon befreien lassen. Ich hätte selbst nicht geglaubt, welche verborgenen Leiden einen sportlichen jungen Mann wehruntauglich machen können.

Stellt eure Fragen nicht in irgendwelchen dubiosen Foren, sondern nehmt Verbindung zu Ärzten auf, die Impfungen ähnlich kritisch gegenüber stehen, wie ihr selbst. Ich bin recht zuversichtlich, dass für Viele von euch auf diesem Weg eine Lösung zu finden sein wird. 

Hier findet ihr eine Initiative kritischer Ärzte:

https://individuelle-impfentscheidung.de

Beschreitet den Rechtsweg!

Deutschland ist noch immer ein Rechtsstaat, auch wenn manches Verhalten von Regierungen und Gesetzgeber in den vergangenen 20 Monaten Zweifel daran erweckt haben mag. Genau dafür sieht die Verfassung den Rechtsweg vor! 

Jeder Bürger kann jedes Gesetz, jede Verordnung und jeden Verwaltungsakt von einem unabhängigen Gericht auf seine Rechtmäßigkeit überprüfen lassen. Das bedeutet für euch, dass ihr nichts einfach so hinnehmen müsst.

Gerade die unteren Gerichte, deren Positionen nicht politisch besetzt werden, haben erfreulich oft im Sinne der Bürgerrechte geurteilt. Je höher die Instanz, desto eher fallen die Urteile im Sinne der Exekutive aus. 

Würde jeder Betroffene gegen ihn betreffende Maßnahmen klagen und gegen jeden Bußgeldbescheid Einspruch einlegen, wären nicht die Intensivstationen überlastet, sondern die Justiz. Eine Flut von Klagen würde weit mehr bewirken, als ein paar Demonstrationszüge.

Also: klagt nicht auf Telegram, klagt vor Gericht. Es ist euer gutes Recht!

Hier geht es um die Verfassungsmäßigkeit einer eventuellen Impfpflicht:

Lebt euer Leben, riskiert das Bußgeld und legt anschließend Widerspruch ein. Hier ist ein interessanter Link dazu:

https://www.tv-mittelrhein.de/sendungen/53/caspers_Mock_Der_Rechtstipp/1977/Der_Rechtstipp_Einspruch_gegen_Corona_Bussgelder.html

Hier wird erklärt, aus welchen Gründen man Einspruch einlegen sollte:

Leistet Widerstand

Ich der Meinung, dass die derzeitige Praxis der Ausgrenzung Ungeimpfter ein Unrecht darstellt. Es muss jedem überlassen werden, ob er sich impfen lassen möchte oder nicht. Eine Impfpflicht hielte ich für einen klaren Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Inzwischen wissen wir, dass Impfungen nicht zuverlässig vor Ansteckungen schützen und dass auch Geimpfte und “Geboosterte” das Virus weiter verbreiten können. Damit ist das Argument des “Fremdschutzes” vom Tisch und zum “Eigenschutz” kann niemand gezwungen werden.

Eine Impfpflicht wäre vor diesem Hintergrund unverhältnismäßig

Lasst euch das nicht gefallen, es geht um Eure Rechte. Politiker haben schon immer gezeigt, dass ihnen mehr Macht lieber ist als weniger Macht. Sie werden es daher immer darauf anlegen, sich so viel Macht wie möglich zu sichern. Die Freiheit wird scheibchenweise, in kleinen akzeptablen Schritten abgeschafft.

Daher müsst ihr jetzt selbst für eure Rechte eintreten. Spaziergänge sind wichtig! Lasst euch nicht einschüchtern, je mehr auf die Straße gehen, desto weniger können sie ignoriert werden. Bevor die Politik umdenkt, muss der öffentliche Unmut erst richtig unbequem werden. Würden auch nur 20% der Bürger ihren Pflichten gegenüber diesem Staat nur noch schleppend nachkommen, wäre das ein deutliches Signal.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ziviler_Ungehorsam

Das ist ein überaus lesenswerter Artikel zu diesem Thema.

Der Staat ist nicht euer Freund! Das war er noch nie, allerdings war das schon lange nicht mehr so deutlich wie derzeit.

Bitte keine Panikreaktionen !

Eine überstürzte Auswanderung, allein aus Angst vor einer möglichen Impfpflicht, kann großen Schaden im eigenen Leben und im Leben der Familie anrichten. Insbesondere wenn Kinder mit betroffen sind.

Es geht in den meisten Fällen um die Aufgabe der wirtschaftlichen Existenz, Freunden, Familie, des gesamten Soziallebens und der gewohnte Umgebung. Sollte man das all das auf sich nehmen, nur um einer, willkürlich auferlegten, Pflicht zu entgehen? Es erscheint mir alles andere als sicher, dass diese jemals Bestand haben wird. Das zu verhindern liegt auch in eurer Hand. Lauft nicht weg, leistet lieber Widerstand!

Corona ist nur einer von vielen Gründen, Deutschland zu verlassen. Es ist kein gutes Land und ich kann jeden Auswanderungswilligen verstehen.

Ich bin selbst vor über 20 Jahren ausgewandert und es war eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Daher weiß ich jedoch auch, wie gut so ein Lebens-Wandel vorbereitet werden muss. Der Schritt erfordert einen kühlen Kopf, mehr oder weniger viel Zeit und eine genaue Planung.

Dabei helfe ich gerne!

Ich bin ein Querdenker!

Gestatten? Ich bin ein Querdenker! 

Das war ich schon sehr lange bevor dieser Begriff ins öffentliche Bewusstsein gerückt wurde. 

Mein Selbstdenken, wie ich es lieber nenne, reicht bereits ein halbes Jahrhundert zurück. Was mir damals im Kommunionunterricht als „heilige Wahrheit“ serviert wurde, erschien mir als hanebüchener Unsinn, durch und durch unlogisch und obendrein nicht im mindesten attraktiv. Die andere Backe hinzuhalten fand ich einfach doof.

Doch als Zehnjähriger stand ich mit dieser Auffassung allein auf weiter Flur. Weder die Mitschüler, noch meine Eltern wagten es, sich gewisse Fragen zu stellen. Für sie war es göttliche Wahrheit und allein der Zweifel daran, wäre eine schwere Sünde gewesen. So haben es die Kirchen über Jahrhunderte geschafft, die Menschen zu manipulieren und zu unterdrücken. 

Das Prinzip nannte sich Erbsünde. Erinnert euch: Eva hat einen Apfel vom falschen Baum gepflückt und damit gegen Gottes Gebot verstoßen. Deswegen kommen noch heute all ihre Nachkommen als Sünder auf die Welt und können sich nur durch die Taufe reinwaschen. Damit ist die Sache jedoch nicht ausgestanden, denn fast alles, was Spaß macht, ist schon wieder eine Sünde, für die erneut gebüßt werden muss. Christen suhlen sich ständig in imaginärer Schuld. Es ist ihnen nicht vergönnt, gut genug zu sein. Das macht sie beherrschbar.

Daran glaubt heute natürlich fast niemand mehr, es klingt einfach zu lächerlich. Das Prinzip funktioniert dennoch munter weiter. Statt für Evas Biss in den Apfel, soll ich nun für den Holocaust, die Armut in der Dritten Welt und den Klimawandel verantwortlich sein. Für Dinge, die weit vor meiner Geburt passiert sind, oder gegen die ich nicht das Mindeste hätte tun können. 

Natürlich ist all das genauso lächerlich unlogisch, wie die Geschichte mit dem Sündenfall, doch erneut glauben es die Massen. Die alte Konditionierung sorgt dafür, dass sie sich wieder mal selbst geißeln und widerspruchslos das tun, was ihnen gesagt wird. Die gute alte Erbsünde ist aktueller denn je.

„Aber du musst doch…!“ pflegte meine selige Mutter immer dann zu sagen, wenn ihr die Argumente ausgingen. 

Muss ich das wirklich? Was passiert denn, wenn ich es nicht tue? Wenn ich den ganzen Quatsch nicht glaube, sondern meiner eigenen Anschauung vertraue und danach handle? Mit der einen, einzigen, Einschränkung meinen Mitmenschen keinen Schaden zuzufügen.

Machen wir es kurz: Nichts ist passiert! Weder hat mich die Hölle verschlungen, noch mußte ich je ins Gefängnis. Ich bin auch weder in der „Gosse“, noch auf der Parkbank gelandet. 

Ganz im Gegenteil, habe ich es dank meiner kritischen Haltung in die oberen Etagen geschafft. Dorthin gelangt man nämlich nicht durch braves Glauben und treues Dienen, sondern durch eigenständiges Denken und Handeln. Dadurch, eben gerade nicht das zu tun, was alle tun, sondern es zu wagen, neue Wege auszuprobieren. Den Chor der warnenden Stimmen zu ignorieren und auch mal eine krachende Niederlage wegstecken zu können. Am Ende wird sich immer ein Weg zu finden, das Problem zu lösen. So unorthodox der auch sein mag.

Deshalb waren es immer Querdenker, die die Welt ein kleines Stückchen weiter gebracht haben. Menschen, die, mit den Worten von Steve Jobs, eine „Delle ins Universum“ gehauen haben. Querdenker genannt zu werden, sollte ein großes Kompliment sein!

Eine Nation, in deren Sprache dieser Begriff zum Schimpfwort verkommen ist, befindet sich dagegen im geistigen Sturzflug. Sie disqualifiziert sich selbst als eine Nation von Nicht-Denkern, Jasagern und Mitläufern. Eine derartige Geisteshaltung steht für Stillstand, Niedergang und am Ende für Unmenschlichkeit. Im Westen nichts Neues…

Wer von euch traut sich, ebenfalls ein Querdenker zu sein? Wie seid ihr dazu gekommen? Ich bin neugierig auf eure Geschichten.

In Gold Investieren

Ist in Gold zu investieren, eine sichere Sache? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. In diesem Artikel nenne ich dir die wichtigsten Voraussetzungen, um erfolgreich auf Gold zu setzen und im Fall der Fälle auch wirklich davon zu profitieren.

Gold hat die Menschen seit jeher fasziniert und für tausende von Jahren war es sowohl universelles Zahlungsmittel als auch Wertspeicher. Auch Papiergeld war bis vor knapp 50 Jahren noch komplett durch Gold gedeckt.

Der US Dollar verdankte seinen Aufstieg zur weltweiten Leitwährung dieser strengen Golddeckung. Doch1971 war damit Schluß und andere Währungen folgten auf dem Fuß. Seither können Zentralbanken die Geldmenge mehr oder weniger beliebig vermehren. Wir haben nur noch Fiat Geld, nach dem lateinischen Ausdruck für “so sei es”.

Spätestens seit der Bankenkrise von 2009 ist das Vertrauen in dieses System zu Recht schwer beschädigt und eigentlich haben wir uns gedanklich bereits mit dem nächsten Crash abgefunden. Niemand möchte ernsthaft in Frage stellen, dass er kommen wird. Lediglich über das “Wann” wird noch argumentiert.

Neben den neuen digitalen Werten wie Bitcoin und Altcoins, die genau vor diesem Hintergrund geschaffen wurden, bieten sich Edelmetalle als klassische Alternative zu Geld und Geldprodukten an.

Goldpreisenwicklung der letzten 20 Jahre
Goldpreisentwicklung der letzten 20 Jahre

Der Goldpreis hat sich im Laufe der letzten 18 Jahre von $300 pro Unze auf knapp $1.800 versechsfacht, das entspricht vereinfacht ausgedrückt einer Zuwachs von durchschnittlich 30% pro Jahr. Dennoch lautet mein erster Rat:

1. Gold ist eine langfristige Investition

Investiere nur Geld, das du innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht brauchen wirst. 

Kommt der nächste Crash, wirst du dich über einen schönen Zuwachs wie in den letzten Krisenjahren 2009 bis 2011 freuen können. Darauf spekulieren solltest du dennoch nicht, die Notenbanken könnten sich auch noch eine ganze Weile durchmogeln wie bisher.

2. Investiere nicht auf Kredit

Auch wenn die derzeitige Zinslage die Versuchung aufkommen läßt, solltest du deine Edelmetalle niemals mit geliehenem Geld kaufen.

Das gesamte marode Finanzsystem beruht auf sofortigem Konsum bei aufgeschobener Bezahlung. Dein Gold wird ein Gegengewicht dazu bilden.

Das kann jedoch nur dann funktionieren, wenn du jetzt auf Konsum verzichtest, um später die Belohnung zu erhalten.

Nur Gold ist auch wirklich Gold!

3. Kaufe Gold, kein Papier

Nicht nur Währungen sind künstlich aufgeblasen. Schätzungen zufolge existiert 250 mal mehr Gold in Form von Wertpapieren, als physisch vorhanden ist. Manche behaupten, dass damit der Preis künstlich niedrig gehalten wird.

Der Sinn einer Anlage in Gold ist gerade, dass du damit eine knappe Resource erwirbst. Zertifikate oder Kontrakte sind dagegen nur ein leeres Versprechen.

Sie sind auch dann nicht empfehlenswert wenn versprochen wird, dass sie durch physisches Gold gedeckt sind. Im Falle einer erneuten Finanzkrise könnte nämlich die herausgebende Bank in Zahlungsschwierigkeiten geraten und ihr Versprechen nicht halten können.

Gewinne aus derartigen Finanzprodukten sind auch nur dann steuerbefreit, wenn die Wertpapiere einen Lieferanspruch auf echtes Gold beinhalten. Das hat der Bundesfinanzhof im  Februar 2018 erneut bestätigt. (Az. IX R 33/17). Die Spekulationsfrist beträgt ein Jahr.

4. Dein Gold muss dir auch gehören!

Auch das ist nicht so selbstverständlich, wie es sich anhört. Viele Finanzprodukte versprechen, das Metall für dich in einem Pool zu halten, ohne dir jedoch das Eigentum an konkreten Barren oder Münzen zu übertragen. Mit derartigen Produkten erwirbst du eben kein Metall sondern lediglich einen Anspruch auf die Auszahlung des Gegenwertes in Geld zum aktuellen Tageskurs. 

Das läuft auch dem Sinn einer wertstabilen Investition außerhalb des Geldsystems diametral entgegen. 

Kleiner Goldvorrat
Immer dabei. Gold für 6 Monate Leben

5. Halte einen Teil deines Goldes in kleinen Münzen

Wir wissen nicht, ob die Erwartung der großen Krise Verschwörungstheorie oder reine Angstmache ist. Es ist hingegen historische Tatsache, dass schon öfter Vermögen durch Inflation vernichtet wurden.

In Argentinien ist es ein Dauerthema und gerade erst habe ich in Venezuela erlebt, wie kompliziert der Alltag mit einer extrem instabilen Währung werden kann.

Auch Deutschland hat im letzten Jahrhundert zwei Mal eine völlige Geldentwertung erlebt. Niemand kann dir garantieren, dass so etwas nicht wieder passieren wird. Im großen Chaos der 1920er Jahre hatte schon eine Unze Gold einen enorm hohen Wert.

Ein Kilobarren taugt in so einem Fall natürlich nicht als Zahlungsmittel, nur kleine Einheiten machen als Krisenwährung Sinn. Ich halte zu diesem Zweck etwa 5.000 Euro in kleinen Münzen bereit. Das kleine Beutelchen passt problemlos in die Hosentasche und wiegt etwa so viel wie mein iPhone.

Während der ersten großen Krise, im Lockdown von 2020, habe ich allerdings feststellen müssen, dass auch alle Stellen, bei denen ich Gold hätte verkaufen können, von diesem betroffen waren. Den berühmten Notgroschen solltest du daher besser doch in Bargeld halten.

Münzen wie Krügerrand und Maple Leaf haben den zusätzlichen Vorteil auch als gesetzliche Zahlungsmittel zu gelten. Damit ist ihr Erwerb in Deutschland und vielen anderen Ländern von der Mehrwertsteuer befreit. Außerdem können sie problemlos gehandelt werden.

6. Wo kannst du deinen Goldschatz sicher aufbewahren?

Größere Mengen Gold kannst du natürlich nicht mehr mit dir herumtragen und es ist auch keine so tolle Idee, sie im Garten zu vergraben, falls du überhaupt einen hast. Mein Onkel hatte seine mächtige Bücherwand auf Goldbarren gestellt und das ging Jahrzehnte lang gut. Nicht einmal die Steuerfahndung hat sie entdeckt! Mit genügend Zeit finden Einbrecher aber einfach alles. 

Leider hat auch die Lagerung im Bankschließfach ihre Nachteile. Der Inhalt von Schließfächern ist meist nicht automatisch versichert und damit eine Versicherung im Schadensfall Ersatz leistet, musst du beweisen können wie viel Gold dort gelagert war. Das kann unter Umständen sogar mit Fotos schwierig werden, so dass es sich empfiehlt Zeugen zu haben. Bei aller Liebe zu meinen Mitmenschen, möchte ich persönlich in derlei Dingen Angelegenheiten keine Mitwisser haben. 

Denken wir wieder einmal pessimistisch, dann bleiben bei einer Bankenpleite Gold und weitere Wertgegenstände zwar immer noch dein Eigentum, doch hast du möglicherweise für eine Weile keinen Zugang zu deinem Schließfach. Gerade dann, wenn du es dringend bräuchtest.

Natürlich spricht auch die Möglichkeit staatlichen Zugriffs auf dein Privatvermögen gegen die Lagerung bei Geldinstituten.

singapur skyline
Singapur ist ein sicherer Hafen für dein Vermögen

7. Lagerung bei Spezialunternehmen

Bei einem ortsunabhängigen Lebensstil kommt ohnehin nur die Lagerung bei einem darauf spezialisierten Unternehmen in Frage. 

Diese hat den zusätzlichen Vorteil, dass ich den Kauf und Verkauf von Edelmetallen von jedem Ort der Welt aus online erledigen kann. Wenn ich einen Vorrat an Münzen bei mir trage, spielt es auch keine große Rolle, wie weit es bis zu meinem Tresor ist.

Die meisten dieser Anbieter finden sich in London, der Schweiz und in Singapur. Ich habe mich schon aus Prinzip für einen Standort außerhalb Europas entschieden und halte mein Edelmetall bei der Firma bullionstar in Singapur.

8. Halte dich an die Gesetze

Bedauerlicherweise ist der alte Rechtsgrundsatz der Unschuldsvermutung inzwischen abgeschafft. Besonders dann, wenn es um Vermögenswerte ungeklärter Herkunft geht. 

Das neue Geldwäschegesetz erlaubt dir Goldkäufe mit Bargeld über 2.000 Euro nur noch gegen Vorlage eines amtlichen Ausweises. Der Verkäufer muss die Ausweiskopie zusammen mit dem Beleg über den Verkauf lediglich 10 Jahre lang aufbewahren. Noch besteht keine Meldepflicht für derartige Verkäufe. 

Falls dein Verkäufer jedoch aus irgendeinem Grund geprüft wird, solltest du die Herkunft der Barmittel belegen können. Es mag so gewesen sein, dass Oma 100.000 Euro im Küchenbuffet aufbewahrt hatte, dennoch werden die Behörden dies nicht als einwandfreien Herkunftsnachweis anerkennen und dein Gold beschlagnahmen.

9. Kaufe dein Gold anonym

Auch das geht: Gold gegen Bitcoin

Wer bei früheren Goldverboten und Einziehungen seine Reserven verschwiegen hat, konnte damit rechnen, unentdeckt zu bleiben. In unserer vernetzten Welt sind die Maschen wesentlich enger.

Es ist also besser, wenn niemand in deinem Land von deinem Gold weiß. Noch kannst du im Goldhandel Münzen und Barren bis zum Gesamtwert von 10.000 Euro ohne Ausweispflicht kaufen. Pro Kauf versteht sich. 

Dann hast du jedoch wieder das Problem mit der sicheren Aufbewahrung. Viel eleganter ist es daher z.B. direkt bei bullionstar zur Lagerung in Singapur zu kaufen und mit Bitcoin zu bezahlen. Frag mich einfach, ich helfe dir gerne dabei.

10. Traue niemandem und schon gar nicht deiner Regierung!

„Es ist gefährlich, richtig zu liegen, wenn die Regierung falsch liegt“ Das Zitat von Voltaire hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Auch hier ist die Geschichte des letzten Jahrhunderts voller warnender Beispiele. Auch in Deutschland.

Schon die demokratisch verfasste Weimarer Republik erließ zur Bekämpfung der Inflation Verordnungen, welche nicht nur Gold und Devisenbesitz unter Strafe stellten, sondern auch zur Ablieferung dieser Bestände verpflichteten. Das Ganze wurde mit Razzien und Durchsuchungen durchgesetzt. 

Auch in den USA, dem Mutterland aller Demokratien, erließ Präsident Roosevelt 1933 ein Goldverbot und verpflichtete die Bürger ihre Bestände zum Preis von $24 pro Unze an die Regierung zu verkaufen. In der Folge wurde der Goldpreis bei $35 festgeschrieben. Das Verbot wurde erst nach über 40 Jahren im Jahre 1974 aufgehoben! Bei Zuwiderhandlungen drohten bis zu 10 Jahre Gefängnis.

Das ebenfalls demokratische England verbot seinen Bürgern 1966, Goldmünzen zu erwerben oder mehr als vier Münzen zu besitzen. Alle übrigen Stücke sollten bei der Bank of England abgeliefert werden, welche sie für die Deckung des Pfund Sterling benötigte.

Vor diesem Hintergrund fällt es nicht schwer zu erahnen, welche Verordnungen und Gesetze im Falle einer erneuten schweren Finanzkrise erlassen werden.

JuicyFields! Seid ihr bekifft?

Dieser Artikel ist seit ein paar Wochen online und ich habe eine ganze Reihe von Kommentaren dazu bekommen. 

Insbesondere wird mir darin vorgeworfen, schlampig recherchiert zu haben. 

Dazu folgendes: Die Website von JuicyFields gibt praktisch keine verwertbaren Informationen her. Recherchiert man über sekundäre Quellen im Internet stößt man sehr schnell auf veraltete Informationen. Sie sind deswegen veraltet, weil sich in diesem Unternehmen sehr viel, sehr schnell ändert.

Die Leute hinter JuicyFields und ihre Fangemeinde sind geradezu ängstlich darauf bedacht, keine Informationen preiszugeben.

Dabei wäre es doch so einfach, eine Liste der “Grow-Partner“ mit ihren Lizenzen zu veröffentlichen.

Es wäre so einfach, einen Geschäftsbericht mit greifbaren Umsatzzahlen zu veröffentlichen.

Es ist etwas, was ich von jedem seriösen Unternehmen erwarte. Jedes seriöse Unternehmen tut das auch gerne, wenn es wirklich erfolgreich ist. Denn es ist ein Argument für eine Investition.

Finde ich dagegen nur Nebelkerzen, ist das ein starkes Argument gegen eine Investition.

Jeder erfahrene Investor lacht daher nur über Läden wie JuicyFields. Ich meine damit Leute, die wirklich schon ein Vermögen verdient haben und ihre “finanzielle Freiheit“ erreicht haben. Ich zähle mich selbst dazu.

Es sind die Unerfahrenen und Naiven, die auf solche Maschen hereinfallen und sie verteidigen sie auch noch vehement.

„Warum sollen wir nicht auch einmal Glück haben?“

Weil es diese Art “Glück“ nicht gibt. Sie ist ein falsches Versprechen. Immer!

Macht selbst daraus, was Ihr daraus machen wollt.

Nun viel Spaß beim Lesen!

Ein Kapitalistenschwein lässt sich nicht gerne betrügen. Deshalb schauen wir uns allzu gut klingende Investment- und Geschäftsmodell besonders kritisch an. 

Unsere Alarmglocken schrillen, wenn so etwas plötzlich massiv und von Leuten angepriesen wird, die sich ansonsten nicht die Bohne für Investments interessieren. Aktuell haben wir daher JuicyFields unter die Lupe genommen.

Cannabis als Mode-Investment

Investitionen in Geschäftsmodelle mit Cannabis sind momentan en Vogue.

Laut Statista wurden 2020 in Europa auf dem legalen Cannabis-Markt ca. 230,7 Millionen Euro umgesetzt. 

Prognosen rechnen damit, dass sich diese Umsätze bis 2025 auf mehr als 3,1 Milliarden Euro mehr als verzehnfachen könnten. Speziell die Legalisierung für medizinisches Cannabis hat ohne Frage einen lukrativen Markt geschaffen und in den ist JuicyFields laut eigenen Aussagen eingestiegen.

Was uns dabei wundert ist allerdings, dass JuicyFields auf diesem Markt mehr zu verdienen scheint als alle anderen auf dem Cannabis Markt tätigen Unternehmen zusammen. 

Nur so wären die unverhältnismäßig hohen Renditen erklärbar, die JuicyFields verspricht.

Scams sehen für Laien immer perfekt aus

Wenn ich den Auftritt von JuicyFields nach unserem Vorsicht-Scam-Schema analysiere, dann bekomme ich schnell den Eindruck, dass deren Vorgehensweise die gleiche ist, wie bei nahezu allen bisherigen Pyramidensystemen, die nach relativ kurzer Zeit geplatzt sind.

Bedenke dabei, dass es zuerst nie glasklare Beweise für einen Betrug gibt! Sonst würden Scams ja nicht funktionieren. 

Dennoch gehen Betrugsmaschen seit über 100 Jahren immer gleich vor:

  1. Unüblich hohe Renditen bei, zuerst, pünktlichen Auszahlungen 
  2. Werbung ist auf Vertrauen und nicht auf Zahlen und Fakten aufgebaut
  3. Das Geschäft wird ausschließlich von Laien empfohlen
  4. Die sogenannten Gewinne werden aus Einlagen neuer Kunden bezahlt. 
  5. Speziell diesen letzten Punkt erfährt man natürlich erst hinterher.
  6. Bestehende Warnungen von Aufsichtsbehörden, oder im Internet.

Der JuicyFields Hype

Der beginnt mit dem Versprechen, völlig simpel, einfach und ohne jede Vorkenntnisse Renditen von 35% bis zu 500% verdienen zu können.

Das zweite Alarmzeichen ist, dass Laien in euphorischen Posts versichern, das Unternehmen recherchiert und das Angebot umfassend getestet zu haben. 

Der einzige angeführte Beweis für die Seriosität ist dabei allerdings nur, dass sie die erste Auszahlung aus ihrer 50€ Investition tatsächlich auf ihr Bankkonto erhalten haben. Leute, so funktionieren Scams, deshalb funktionieren Scams!

Natürlich wird JuicyFields von seinen Kunden vehement gegen jede Kritik verteidigt. Es darf kein Betrug sein, wenn man selbst dort investiert hat!

Betrugsmaschen hören sich immer absolut super an, sind völlig simpel zu verstehen, bringen mega Renditen und zahlen am Anfang problemlos und überpünktlich aus. Es geht darum, eine Massenbewegung zu erzeugen, um möglichst schnell, möglichst viel Geld einzusammeln.

Gibt es ein Vertriebssystem?

Ein, auf Provisionen basierendes, Vertriebssystem bringt 100 Extra Punkte bei unserer Scam Bewertung. Denn es beschleunigt obigen Ablauf eines Betrugs exponentiell. Das hat sich inzwischen herumgesprochen.

Deswegen kommuniziert JuicyFields auch ganz klar, dass es kein Affiliate- oder Kunde-wirbt-Kunde-Programm gibt. Sie betonen selbst ganz deutlich, dass so etwas unseriös wäre.

Dennoch kannst du dich per E-Mail für ein solches Programm bewerben. Detaillierte Informationen über Provisionshöhen sind hingegen nirgends zu finden. Offiziell gibt es keine Vertriebspartner.

Extrem auffällig ist jedoch, dass JuicyFields-Links in sozialen Medien auf, „../?source=affiliate_name“ enden. Auch wenn dies erst mal nur ein ganz normaler Tracking Parameter ist, frage ich mich, warum so viele Leute Links auf JuicyFields Angebote posten und dabei diese Art von Link-Endung verwenden.

Wir wissen mittlerweile aus sicherer Quelle, dass es eben doch ein Affiliate Programm gibt, welches eine Provision in Höhe von 5% auf die Pflanzenkäufe neuer Kunden gewährt. 

Dazu gibt es Mindestumsätze, die erreicht werden müssen, um Provisionsberechtigt zu bleiben. Zum Beispiel muss jeden Monat einer neuer Kunde geworben werden.

Damit liegt ein weiteres Indiz für einen Betrug vor. JuicyFields hat sehr wohl ein Kunde-wirbt-Kunde Belohnungssystem, versteckt dieses jedoch überaus geschickt. Um überhaupt davon zu erfahren, muss man zuerst einmal selbst investiert haben, also überzeugt sein.

Was zum Teufel ist ein „Potpreneur“?

Die Startseite unter juicyfields.io liefert eigentlich gar keine Informationen. Ohne dich anzumelden, erfährst du nichts, außer dass sich der Cannabis Anbau lohnt. Für mich wäre allein dieser dürftige Auftritt bereits ein Grund, keinen Gedanken mehr an ein Investment bei dieser Firma zu verschwenden. 

Seit dem 7. März gibt es keine deutsche Version dieser Seite mehr. Die Aufsichtsbehörde BaFin hatte ähnliche Gedankengänge wie wir und JuicyFields hat daraufhin den Zugang in ihrem Zuständigkeitsbereich gesperrt. 

Deshalb können sich deutsche Residenten nicht mehr an der „Cannabis Crowdgrowing Platform“ beteiligen. Auch wenn ich insgesamt wenig von staatlicher Regulierung halte, bringe ich einiges an Verständnis für diesen Schritt auf und er fügt meiner Argumentation, dass es sich hierbei um einen Betrug handelt, ein weiteres wichtiges Indiz hinzu.

Neben den zwei Slogans, kannst du dich auf dieser Website nur anmelden, oder ein Konto eröffnen. Darüber hinaus gibt es eine Adresse in Amsterdam und Links zu FAQ, AGB und Impressum.

Fakten, Zahlen und eine Erklärung des Geschäftsmodells fehlen hingegen komplett. Präsentiert sich so ein seriöses Investment Business? Eher nicht.

Du wirst kein „Potpreneur“!

Hast du dich einmal angemeldet, kannst du im Backend Pflanzen kaufen und ihnen über hübsche Prozessbalken beim Wachsen zuschauen. Nach bestimmter Zeit wird deine Pflanze geerntet und getrocknet, dann kannst du  die Ernte per Mausklick verkaufen. Das nennt sich „Potpreneur“.

Doch kaufst du wirklich eine Pflanze? Läuft da tatsächlich ein Mensch in Portugal oder Kolumbien aufs Feld und bringt deine ganz persönliche Ernte ein? Klar wäre das nur schwer machbar! In den FAQ steht daher auch ganz deutlich:

„Die Pflanzen werden nicht gekennzeichnet. Wir nummerieren die Klone nicht, wir teilen die Pflanzenbestellungen auf mehrere Erzeuger auf und arbeiten mit dem Durchschnittsgewicht der Ernte. Das Ergebnis ist, dass alle Nutzer das gleiche Durchschnittsgewicht haben.“

Du bist also mitnichten Online Pot-Pflanzer, sondern einfach nur Geldgeber. Genau deswegen konnte die BaFin ihre Zweifel anmelden.

Für dein Geld wird dir kein Eigentum an konkreten Pflanzen verschafft, sondern deine Zahlung fließt in einen obskuren, großen Topf. 

Diese Täuschung ist allein darauf angelegt, die vielfältigen Pflichten regulierter Finanzdienstleister zu umgehen und die Kontrolle durch die Finanzaufsicht zu vermeiden. 

Allein die Kenntnis dieses Tricks sollte eigentlich ausreichen, um von einer Investition Abstand zu nehmen.

Völlig risikofreies Lock-Angebot

Die JuicyFields Angebote lesen wie aus einem Scam-Lehrbuch. Wie alle Betrugsmaschen bietet auch JuicyFields ein mega simples und super günstiges Einstiegsprodukt an. 

Das Lock-Angebot nennt sich „Juicy Flash“ und verspricht für ein 50€ Investment bei einmaliger Ernte zwischen 67,50 € und 82,50 € Profit nach 108 Tagen. Überschaubarer Preis, überschaubare Zeit und leicht zu verstehen.

Die weiteren Produkte kosten dann schon 2.000€ und variieren in der Laufzeit (3-5 Jahre), Anzahl der Ernten (2-4) und natürlich im Gewinn (3.600 € bis 12.000€).

So testest du erst mal mit der 50€ Pflanze, um die Gewinne nach den ersten Auszahlungen zu reinvestieren. 

Wenn das funktioniert, steigen die meisten gierig auf die größeren Produkte wie Juicy Haze mit 5 Jahren Laufzeit und 9.000 – 12.000€ Gewinn ein. 

In Werbe-Videos wird das Ganze als passive Einkommensquelle verkauft und ich selbst habe mir schon anhören müssen, dass begeisterte Anleger diese Gelder gleich in ihre weitere Lebensplanung einbeziehen.

Doch wer hat schon eine Ahnung davon, wie der Cannabis Markt und insbesondere die Preise in fünf Jahren aussehen werden? Der Markt wird sich mit ziemlicher Sicherheit ändern und die Zahlen könnten bis dahin ganz andere sein.

Sehr wahrscheinlich gibt es in fünf Jahren kein JuicyFields mehr.

Bestellung und Rechnung

Wie wir gesehen haben, werden hier mitnichten Pflanzen verkauft.

Das erklärt auch, warum es keinerlei Angaben zu Steuern gibt. Bei einem Verkauf würde nämlich dort, wo ein Eigentumsübergang stattfindet, zwangsläufig Mehrwertsteuer anfallen. 

Über diese, verpflichtende Abgabe, die immerhin rund 20% deiner Anlagesumme ausmachen würde, verliert JuicyFields denn auch nirgends ein Wort. Eine Steuernummer des verkaufenden Unternehmens suchen wir ebenfalls vergebens. Klar, es wird ja nichts verkauft!

Vor diesem Hintergrund fallen solche Kleinigkeiten, wie eine fehlende Widerrufsbelehrung, aussagekräftige AGB, oder eine Gerichtsstandsvereinbarung schon gar nicht mehr weiter ins Gewicht.

Die Zahlung erfolgt ausschließlich per Vorkasse-Überweisung an die Niederländische B.V. mit Bankverbindung auf Zypern. Alternativ mit Bitcoin.

Internationale Konten sind an sich nichts Schlimmes, dennoch frage ich mich ernsthaft, warum eine Niederländische Firma nicht auch ein Konto in den Niederlanden hat?

Etwas alarmierender ist, dass es keine Möglichkeit gibt, mit Kreditkarten oder Paypal zu bezahlen.

Jede Kartenzahlung kann nämlich, aus bestimmten Gründen, binnen 6 Monaten storniert werden. Die Zahlungsanbieter halten daher, je nach Risiko-Einschätzung, zwischen 10% und 20% der Einnahmen über diesen Zeitraum zurück. 

Doch schon vorher prüfen sie das Geschäftsmodell auf Herz und Nieren, um nicht auf den 80-90% sitzen zu bleiben, wenn sich die Rückbuchungen häufen. 

Kein seriöses, aufstrebendes Unternehmen würde auf diese Zahlungsarten verzichten. Sie machen es einfacher, Kunden zu gewinnen und bilden gleichzeitig Vertrauen. Fehlen sie, hat das einen ernsthaften Grund und auch das werte ich als ein weiteres Alarmsignal.

Das Greenpaper – Viele Worte, wenig Aussage

Wer es sich antut, das sogenannte „Greenpaper“ tatsächlich ganz zu lesen, stellt schnell fest, dass der gesamte Text ausschließlich darauf ausgerichtet ist dem Leser zu verdeutlichen, wie profitabel und risikolos das Modell ist.

Immer wieder werden Begriffe wie „simpel, einfach, legal, legaler Markt, ohne Risiko, geringe Risiken, erhebliche Verringerung des Risikos, größere Sicherheit oder auch größte Chance unseres Lebens“ benutzt. Und dabei sind wir erst auf Seite 4 des Greenpaper angekommen!

Warum sollte ein seriöses Unternehmen zudem Basisangaben, wie Handelsregisterdaten, Stammkapital, Risiken, oder gar den verpflichtenden Warnhinweis auf einen möglichen Totalverlust der Investition unterschlagen? 

Ganz einfach: je weniger das Unternehmen verspricht, desto schwieriger wird es sein, ihm eine Betrugsabsicht zu beweisen. Die falschen Versprechungen machen jene Unwissenden, die gerade erst selbst investiert haben. 

Das Management hat davon im Zweifel nichts geahnt, denn die Risiken lagen doch ganz klar auf der Hand. Oder?

Verworrene Strukturen sind kein gutes Zeichen

Wo wir gerade vom Management sprechen, wird es auch nicht so deutlich, wo dieses nun tatsächlich sitzt. Laut Web-Auftritt war die Juicy Grow GmbH zuerst in Berlin registriert. Nun entnehmen wir der Website, dass eine Juicy Holdings BV die Geschäfte übernommen hat, Geschäftsführer ist nicht mehr Viktor Bitner sondern ein Alan Glanse.

Der ist angeblich, dank 100 Bitcoin, die er 2012 gekauft hatte, plötzlich sehr reich gewesen. Mit diesem Geld hat er sich seinen Lebenstraum erfüllt und ist in den Cannabis Anbau eingestiegen. So jedenfalls die Legende.

Dazu drängt sich mir nun allerdings die Frage auf, warum seine Pflanzen unter Plastikplanen, oder in Zelten vor sich vegetieren. Mit derart viel Geld hätte er ohne weiteres in richtig professionelle Anlagen investieren können, wie seine Mitbewerber.

Suchen wir weiter, stoßen wir noch auf eine Juicy Fields AG in der Schweiz, für welche wiederum ein einschlägig bekannter Prinz als Geschäftsführer eingetragen ist.

Das ganze riecht einfach faul, wenn ich es mal rein logisch betrachte.

Lauter unnütze Zahlen

Statt dessen werden Marktprognosen in den Raum geworfen. Eine wilde Mischung von Zahlen über illegales, legales und manchmal medizinisches Cannabis. Die Angaben variieren dabei wahllos über die gesamte Welt.

Dazu finden wir den Hinweis, dass in Kanada 37 Millionen, den USA 327 Millionen und in Europa fast 743 Millionen Menschen leben. Das sind die komplette Einwohnerzahlen für die einzelnen Länder bzw. Regionen, vom Säugling bis zum Greis… Sicherlich sind nur ein Bruchteil davon, potentielle Cannabis Konsumenten. Konnte man die Zielgruppe nicht ein wenig genauer eingrenzen?

Ein Prospekt für eine Investitionsentscheidung sollte relevante Zahlen zu Kosten, Marktteilnehmern und Risiken beinhalten. Hier gibt es erst gar keinen Prospekt.

Im „Greenpaper“ findet sich ausschließlich Hype, der zu nichts weiter taugt, als die Gier zu wecken. Das scheint zu klappen.

Als ursprünglich deutsches Unternehmen musste die Juicy Grow GmbH in Berlin einen Jahresabschluß erstellen und veröffentlichen. Dieser ist im Bundesanzeiger zu bestaunen.

Laut eigener Aussage im JuicyFields Newsletter wurden 2020 12.5 Tonnen Cannabis geerntet.

Diese Menge hätte nach anderen Angeben von Juicyfields einen Wert von rund 37.5  Millionen Euro geschaffen. Im offiziellen Jahresabschluss finden sich jedoch nur knapp 316.786,00 Euro.

Hier fehlt ein zweistelliger Millionenbetrag und ich gehe davon aus, dass die Zahlen im Abschluss korrekt sind. Wer würde Steuern auf Einnahmen zahlen, die es gar nicht gab? Umgekehrt wäre es sehr unklug, derartige Einnahmen zu verschweigen.

Das Ganze wurde obendrein mit einem einzigen Mitarbeiter bewältigt, der dafür ein Gehalt in Höhe von ganzen 8.371,09 Euro bezogen hat.

Auch die Bilanz nicht direkt etwas mit Umsätzen zu hat. Man muss kein Genie sein, um festzustellen, dass die Firma zu arm für die behauptete Geschäftsvolumen ist.

Sagenhaft günstige Produktion 

Zur sagenhaften Profitabilität des Unternehmens findest du lediglich eine Tabelle, in welcher, beleglos, behauptet wird, dass die üblichen Produktionskosten für ein Gramm Cannabis zwischen 80 Cent und 2,80 Dollar liegen. JuicyFields schafft es, das auf sagenhafte 20-30 Cent zu reduzieren. Wie?

Cannabis wird seit 2.400 Jahren von Menschen angebaut und verwendet und jetzt kommt ein Wunderunternehmen und kann die Pflanzen plötzlich zu einem Bruchteil der Kosten produzieren? 

Selbst wenn das so wäre, würde es nicht lange dauern bis die anderen Unternehmen damit nachziehen und den Wettbewerbsvorteil ausgleichen. 

Es gibt keine Wunder-Unternehmen

Das Gesamtbild ist das gleiche wie bei allen anderen bekannten Scams. 

Es geht um ein unerfahrenes Unternehmen, das noch keine zwei Jahre am Markt ist und dennoch alles viel besser macht als alle anderen.

Die Unterlagen von JuicyFields sind derart voll von unglaubwürdigen Aussagen, dass wir noch seitenweise weiter darüber schreiben könnten. 

Tatsache ist jedoch, dass JuicyFields in der Argumentation und im Marketing extrem gut ist. Unerfahrene Investoren dürften es schwer haben, die Machenschaften zu durchschauen.

Auch nach dem BaFin Schritt sind die Foren voller Aufmunterung und „jetzt erst recht“ Parolen. Der Traum vom passiven Einkommen aus geringen Investitionen ist einfach zu schön.

Daher finden die Fans und Promoter jede Menge Ausreden, warum das alles nicht wahr ist. Alle Zweifel sind nur böse Vorwürfe von Neidern und engstirnigen Beamten. Für die Richtigkeit ihrer Annahme spricht jedoch nur, dass die Auszahlungen noch immer belegbar korrekt erfolgen. 

Das jedoch wird unserer Ansicht nach irgendwann vorbei sein. Denn alle Anzeichen deuten darauf hin, dass auch JuicyFields nichts weiter ist, als ein Ponzi-System.

Der Wettbewerb zeigt Transparenz

Auf der Suche nach ähnlichen Unternehmen zum Vergleich der Renditen, bin ich auf eine Plattform mit einem sehr ähnlichen Angebot gestoßen. 

Hier finden sich alle Informationen, übersichtlich dargestellt, auf der Website. Das Geschäftsmodell wird ebenfalls genau erklärt.

Hier gibt es tatsächlich Hallen zum Indoor Anbau von Cannabis und das Ganze ist lizensiert. Die Ernte geht zu einem Teil in medizinisches Marihuana, zu einem anderen Teil in legale CBD-Produkte. Selbstverständlich könnte ich diese Standorte auch besuchen und mich vor Ort von der Seriosität des Unternehmens überzeugen.

Mit meinem Geld erwerbe ich dort wirklich Pflanzen. Wie diese nach der Ernte tot sind, stellt mir das Unternehmen neue Klons zur Verfügung und das auf Lebenszeit. Folgerichtig werden mir beim Kauf auch Mehrwertsteuer berechnet. 

Zur Finanzierung eines aufwändigen Indoor Anbaus macht dieses Verfahren Sinn. Dementsprechend geringer ist hier auch die Rendite, sie liegt dennoch bei stattlichen 12%. Jedoch weit unter dem, was JuicyFields versprechen.

Edit: Aufgrund vielfach erhobener Vorwürfe, ich würde Werbung für die Konkurrenz machen, habe ich in diesem Absatz jeden Hinweis auf die Identität der von mir erwähnten seriösen Firma entfernt. Findet selbst und vergleicht.

Urteil im Indizienprozess

Wie gesagt, haben wir es uns nicht leicht gemacht, zu einer abschließenden Bewertung zu kommen. Am Ende ist es jedoch eine überwältigende Anzahl von Indizien, die mich zu dem Schluß kommen läßt, dass du dein Geld besser woanders anlegen solltest:

  1. Der Vergleich mit einem offenkundig seriösem Mitbewerber wirkt vernichtend.
  2. Es wird über den Charakter des Investments gelogen. Du kaufst keine Pflanzen und weißt nicht, wofür dein Geld verwendet wird.
  3. Die behaupteten Umsatzzahlen können nicht stimmen. In der öffentlichenBilanz finden sich knapp €300.000 an Vermögenswerten. Das passt nicht zusammen!
  4. Die in Aussicht gestellten Gewinnmargen sind auf dem Markt nicht erzielbar.
  5. Die Unternehmens Website liefert keine verwertbaren Informationen
  6. Es fehlen sowohl klare AGB, als auch weitere vorgeschriebene Informationen. Kein seriöses Unternehmen verzichtet auf diese Pflichtangaben.
  7. Die LKA Berlin bestätigt, dass es bereits gegen das Unternehmen ermittelt.
  8. Die BaFin hat einen Warnhinweis veröffentlicht.
Wenn es mal so weit ist, dauert es nicht mehr lange!

Hier riecht es nicht nach Marihuana, sondern einfach nach Betrug. 

Wer anderer Meinung ist, sei herzlich eingeladen, mich mit soliden Zahlen und Fakten eines Besseren zu belehren. Ich bin gespannt!

Nachtrag:

Vielen Dank für die Kommentare, auch von denen, die meinen Artikel für unseriösen Quatsch, oder Werbung für die Konkurrenz halten.

Wann immer sich eine Behauptung als Unwahrheit herausstellt, wird es seitens von JF sofort geändert. So geschehen mit einem Schwindel um eine Plantage in Costa Rica, oder nicht lizensierte Partner in Südafrika. Saubere Arbeit! Es ist wirklich schwer, bis unmöglich einen Schwindel nachzuweisen. Ich werde keine weitere Lebenszeit auf etwas verschwenden, was dem Rennen zwischen Hase und Igel ähnelt.

Natürlich laufen auch noch die Auszahlungen problemlos! Das ist die erste Voraussetzung dafür, dass alte Kunden neue Kunden davon überzeugen ebenfalls einzusteigen.

Die Auszahlungen werden erst dann verzögert, wenn die Anzahl der neuen Investoren beginnt zu stagnieren.

Schaut euch doch einfach an, wie sich seriöse Unternehmen der Cannabis Branche präsentieren:

https://ir.curaleaf.com

Von denen kann man einfach Aktien kaufen – und die laufen gar nicht mal so besonders.

Du kannst dich nicht reich sparen!

Einige der reichsten Männer der Welt sind als enorm sparsam bekannt. Warren Buffet wohnt seit über 60 Jahren im gleichen Haus und Jeff Bezos fuhr noch als Milliardär einen 20 Jahre alten Honda. 

Sparsamkeit gilt inzwischen als die Kardinaltugend einer ganzen Bewegung, die sich zum Ziel gesetzt hat, möglichst früh im Leben „finanziell frei“ zu sein. Die Vorstellung, im Alter von Jahren 40 nie wieder arbeiten zu müssen, scheint es ihnen wert zu sein, 20 Jahre lang mangelhaft zu leben. Im Wortsinn.

Wir Kapitalistenschweine halten das für ziemlich unsinnig. Obwohl wir selbst durchaus auch mal Sparschweine sein können.

Von nichts kommt nichts

Das durchschnittliche Nettogehalt eines Arbeitnehmers, und das sind wohl die meisten, beträgt knapp 2.100 Euro. Frugalisten empfehlen nun, davon 50% zu sparen, manche sogar 60%. Egal von welchem Grundeinkommen und welcher Sparrate ich nun ausgehe, das Endergebnis bleibt in etwa das Gleiche.

Der moderne Sparfuchs investiert in ETF und dann am besten gleich in einen Indexfonds, der die Wirtschaftsleistung der ganzen Welt abbildet. Die MSCI World Fonds stehen ganz oben auf der Liste, mit einem Wertzuwachs von bis zu 10% p.a., In den letzten Jahren, als die Indizes von Rekordhoch zu Rekordhoch eilten, war das kein Problem.

Über die letzten 20 Jahre gerechnet, waren es im Durchschnitt  6,5% und die habe ich in diesem Beispiel zugrunde gelegt: 

Nach 20 Jahren Knauserei wird unser Sparfuchs ein Endkapital von rund 400.000 Euro zusammengekratzt haben. Das hört sich doch gut an! 

Das ist es aber nicht, denn die Kaufkraft des sauer Ersparten sinkt natürlich ebenfalls mit der Inflation. Die 400.000 Euro verlieren während der Ansparzeit runde 25% und es bleiben am Ende knappe 300.000 Euro zur Verrentung. Das entspricht einer Netto-Rendite von 3%, ziemlich die guten alten Sparbuchzinsen, die wir älteren Semester noch kennen. 

Bei 4% „safe withdrawal rate“ reicht das für eine Rente von genau 1.000 Euro pro Monat. Doch auch diese müssen wir natürlich um den Kaufkraftverlust bereinigen, so dass sie ganzen 750 Euro im Jahr 2042 entsprechen. Das gilt, wohl gemerkt, nur dann wenn alles genau so weiter geht wie bisher! 

Eine Korrektur der Märkte, könnte das Ganze noch viel magerer aussehen lassen. Ich habe auch im Inflationsrechner auch nur die „offiziellen“ historischen Werte zur Berechnung der Inflation eingegeben. Rechne ich mit, realistischeren 5%, für die Zukunft, stehen am Ende nicht einmal 300.000 Euro, sondern nur noch ganze 150.000 Euro. 

Geiz ist nicht geil

Der Gedanke an zukünftigen Wohlstand durch gegenwärtigen Verzicht ist noch immer fest in den Köpfen verankert, doch es funktioniert einfach nicht mehr. Sparen, um irgendwann vom Ertrag des Ersparten leben zu können, ist ein Modell von gestern. 

Mal ganz ehrlich, sparen und knausern entspricht doch so gar nicht unserer Natur. Das Leben macht einfach keinen Spaß ohne Großzügigkeit und gelegentlichen Luxus. 

Ich habe den größten Teil meines Lebens in südlichen Gefilden verbracht und dort wird einfach sorgloser gelebt. Dort, wo die Zitronen blühen, besitzen viel mehr Menschen schon seit Generationen das eigene Dach über dem Kopf und ganz oft auch ein kleines Stückchen Land dazu. Davon und damit läßt sich immer über-leben und der Lohn der Arbeit kann dafür verwendet werden, es sich gut gehen zu lassen. Es kommt dort auch eher jeden Tag eine gute Flasche Wein auf den Tisch, als ein teures Auto vors Haus. Was die Nachbarn denken ist dem Südländer egal, denn die denken ja schließlich genauso.

Sparsamkeit ist eher eine Tugend nördlicher Länder, in denen die Natur weniger großzügig ist. Dort, wo der Schnee das Land bedeckt und die Böden frieren läßt, war sie eine Überlebensfrage. 

Der moderne Mensch muss sich das, dank Globalisierung und fossilen Brennstoffen, jedoch nicht mehr zu eigen machen. 

Der große Mangel

Wer extrem sparsam ist, hat wenig Vertrauen. Wenig Vertrauen in die Natur, wenig Vertrauen in die Welt, doch insbesondere wenig Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten!

Ihr kennt doch die Frage, ob das Glas halb voll, oder halb leer ist. Ein Sparfuchs wird immer „halb leer“ sagen, dabei ist das „halb voll“ mit dem ein Investor antworten würde genauso korrekt. Der Sparfuchs rechnet mit harten Zeiten, der Investor blickt optimistisch in die Zukunft. Beide haben recht.

Dennoch gibt es zwischen den beiden Standpunkten einen sehr entscheidenden Unterschied: 

Der Sparer denkt: es gibt nicht genug und hält fest, was er festhalten kann! Der Investor hingegen denkt: es gibt keine Grenzen und gibt sein Geld zurück in den Kreislauf der Wirtschaft. 

Welcher von den beiden, denkst du, wird mehr Freude am Leben haben? Das ist relativ klar. Doch welcher von den beiden wird dereinst der reichere Mann auf dem Friedhof sein? Ich würde auch in dieser Frage jederzeit mein bescheidenes Vermögen auf den Investor setzen!     

Der Sparer hat Angst zu verlieren, der Investor hat Lust darauf zu gewinnen. Weil er weiß, dass die Güter unbegrenzt sind. Begrenztes Denken schafft begrenzte Ergebnisse. Grenzenloses Denken schafft grenzenlosen Wohlstand. Du glaubst das nicht? Lebst du nicht etwa in einer Gesellschaft, die genau darauf beruht?

Wer sich aus Angst vor der Zukunft die kleinen und auch großen Freuden des Daseins versagt, lebt im Mangel. Dort wird er auch immer bleiben, ganz egal, wie viel Geld er am Ende auf dem Konto hat. Denn Mangel ist nicht eine Frage der Zahlen, sondern eine Frage des Denkens.

Wer mehr verdient kann mehr sparen!

Zum Kapitalistenschwein wirst du nicht dadurch, dass du immer weniger ausgibst. Sondern dadurch, dass du stets mehr einnimmst, als du ausgibst. Aus dem Grund habe ich es schon immer vorgezogen, mehr verdienen zu wollen. 

Vor 40 Jahren, träumte ich davon, einen Ferrari zu fahren, doch ganz bestimmt nicht davon, mit 40 in Rente zu gehen! Heute fahre ich nur noch ein Fahrrad, weil ein italienischer Supersportwagen an meinen beiden Lebensorten eine sehr schlechte Idee wäre. 

Der Ferrari, den ich nie hatte, hat mir jedoch unglaublich viel geholfen. Der Kaufpreis eines 308 GTS (bekannt aus der Serie Magnum) diente mir dazu, ein Ziel zu visualisieren. Damals 100.000 Deutsche Mark (heute reden wir über 300.000 Euro) einfach mal so für ein Auto übrig zu haben, hielt mein gesamtes Umfeld für schlichtweg unmöglich. Obendrein für völlig verwerflich.

Ich habe meine Klappe gehalten und mich an die Arbeit gemacht. Statt Ferrari gab es erst mal rostige Renaults. Denn mir war klar geworden, dass ich als Anwalt so schnell keinen Ferrari fahren würde. Für einen Gebrauchtwagenhändler lag das wesentlich näher, trotz vernichtendem Sozialprestige. 

All jenen, die gern früh in Rente gehen möchten, jenen die finanziell frei sein möchten, kann ich daher nur nahelegen, dieses Ziel bereits bei der Berufswahl im Auge zu haben. Heute wirst du es eher als Installateur im Gas-Wasser-Scheiße Business erreichen, denn als angestellter Erbsenzähler mit BWL Studium. 

Wenn du statt der angenommenen 1.000 Euro Sparrate, 5.000 Euro sparen kannst, hast du nach 20 Jahren schlanke 2 Millionen auf der hohen Kante.

Lästige Teilhaber vermeiden

Wenn wir das berücksichtigen verbietet es sich schon fast, jemals als Angestellter zu arbeiten. Karl Marx hatte völlig recht mit seiner „Mehrwert-Theorie“, der Löwenanteil deiner Produktivität landet tatsächlich nicht in deiner Tasche, wenn du deine Lebenszeit verkaufst. Du hilfst mit, den Traum eines Anderen zu verwirklichen statt deines eigenen.

Wenn du maximale Ergebnisse erzielen willst, bleibt dir nur der Weg, auf eigene Rechnung zu arbeiten. Wenn du etwas kannst, oder eine gute Idee hast, hab keine Angst. Der Schritt in die Selbst-Verantwortung ist halb so schwierig, wie es dir glauben gemacht wird. Frag uns Kapitalistenschweine, wir helfen dir gerne dabei.

Als Unternehmer hast du obendrein viel bessere Möglichkeiten, dein Einkommen dem gierigen Zugriff des Staates zu entziehen. Geschickt ausgestaltet, darfst du deine Investitionen von der Steuer absetzen und auch noch einiges an persönlichem Luxus in diese Rechnung einbeziehen. 

Als echtes Kapitalistenschwein kannst du dich sogar internationalisieren und ebenso steuerfrei agieren wie ein böser Großkonzern. Es ist alles (oft) nur eine Frage der Gestaltung. Und die steht (fast) jedem offen, der weiß wie es geht! 

Ersetze „und“ durch „oder“

Nachdem wir uns um die Habenseite gekümmert haben, dürfen wir endlich ans Sparen denken. 

Dabei fällt mir als erstes jene Art von Ausgaben ein, die Folgekosten verursachen. „Mein Haus, mein Boot, mein Auto“ lautete ein Slogan der Sparkasse und damit haben wir auch schon drei prominente Geldvernichtungsmaschinen benannt. Kann man machen, wenn es einem wirklich am Herzen liegt, aber bitte nicht alle drei auf einmal. Klugerweise solltest du fragen: Ein Haus, oder ein Boot, oder ein Auto? 

Überhaupt macht es Sinn, sich bei jeder Ausgabe zu fragen, ob sie wirklich notwendig ist. Wenn du das konsequent tust, wirst du staunen, wie oft du darauf verzichten kannst. 

Verzichten ist gut, denn jedes Ding hat ja nicht nur Geld gekostet, sondern es bindet Energie. Du musst es lagern, instand halten und wenn du es gar nicht mehr gebrauchen kannst, musst du dich noch um die Entsorgung kümmern. 

Mir bereitet es große Freude, genau zu überlegen, was ich in meinem Leben haben will und diese Gegenstände sorgfältig auszuwählen. Ich besitze nicht viel, doch alles, was mich umgibt, ist von guter Qualität und schön anzusehen.

Es gibt genügend Blogs, die sich dem Thema Sparen widmen, daher möchte ich hier nicht weiter auf Details eingehen.

Weniger ist mehr

Minimalist zu sein, hilft nicht nur dabei, Geld zu sparen. Wer gelernt hat, sein Leben nicht mit Unnützem anzufüllen, wird auch in allen anderen Dingen größere Disziplin an den Tag legen. Dein Geist ist frei für die wirklich interessanten Aufgaben. Du könntest zum Beispiel überlegen, womit du anderen Menschen helfen kannst.

Nahezu alle großen Vermögen sind daraus entstanden, dass jemand eine Idee hatte, mit deren Hilfe die Probleme vieler anderer Menschen gelöst werden konnten. 

Warren Buffet und Jeff Bezos mögen sparsame Menschen sein, doch sie haben sich nicht reich gespart. Beide haben ihre unglaublichen Vermögen dadurch erworben, dass sie Lösungen für Probleme anbieten konnten. Ich habe mein Geld zwar nicht bei Berkshire Hathaway angelegt, doch lese ich jeden Tag Bücher von Amazon. 

Wenn du deine Energie nicht aufs Festhalten, sondern aufs Geben lenkst, wirst du in viel kürzerer Zeit viel mehr erreichen. Dann kannst du dir auch 20 Jahre Sklavendasein und 40 Jahre mickrige Rente er-sparen.

Einwanderung nach Mexico

Mexico ist ein beliebtes Ziel von Nomaden und sonstigen Freiheitssuchenden geworden, gefühlt hat sich die halbe Staatenlos Community an der Riviera Maya versammelt. 

Die Regierung des Landes hat die weltweiten Corona-Maßnahmen zwar nominell übernommen, doch eben nur überaus halbherzig umgesetzt. Auch von einer Impfpflicht ist hier keine Rede und schon gar nicht für Ausländer.

Kein Wunder, dass Viele kommen und einfach bleiben, kein Wunder, dass die Regierung jetzt die Gangart gegen illegale Einwanderung verschärft hat.

Die Telegram- Gruppen kochen über von Meldungen. Ich habe in der letzen Woche zwei Gespräche mit der, überaus kompetenten, Hotline der Einwanderungsbehörde geführt und dabei folgendes erfahren:

Einreise mit Touristenvisum

Die bisherige Praxis war, dass Jeder bei der Ankunft ein Visum über großzügige 180 Tage erhalten hat. Dieses konnte problemlos mit einem Visa-Run um weitere 180 Tage verlängert werden. Ich kenne Leute, die das seit Jahren problemlos betrieben haben. Das ist nun vorbei!

Die „bis-zu 180 Tage“ Regel gilt zwar noch immer, doch wird sie nicht mehr selbstverständlich angewandt. Ganz oft werden eben nur noch 10 Tage Visum vergeben. Um das Ganze noch schlimmer zu machen, ist die Anzahl der Tage oft nicht zu erkennen, da der Einwanderungsbeamte nur ein paar Hieroglyphen auf das Papier kritzelt.

  1. Daher unbedingt ein Rückflugticket für den gewünschten Zeitpunkt buchen und gleich mit über den Tresen schieben.
  2. Die gewünschte Anzahl von Tagen selbst in der Einreisekarte eintragen. Diese kann man selbst generieren und herunterladen.
  3. Einen Grund angeben, weswegen man nach Mexico gekommen ist. Tourist allein gibt eben 10 oder 14 Tage. Es ist besser zu sagen, dass man Freunde im Land besucht, das Land besser kennenlernen möchte, oder auch, dass man in Immobilien investieren möchte. Dabei sollte man natürlich nicht aussehen wie ein Rucksacktourist. Überhaupt empfiehlt es sich, ein paar Brocken Spanisch zu können.
  4. Sofort überprüfen, ob die gewünschte Anzahl von Tagen im FMM-Dokument klar ersichtlich ist. Ansonsten unbedingt gleich vor Ort reklamieren! Der Wert ist später nicht mehr zu

Hier ist der Link zur Einreisekarte:

https://www.inm.gob.mx/fmme/publico/solicitud.html

Meine Freundin reist mehrmals im Jahr für Zeiträume von bis zu zwei Monaten ein und erhält jedes Mal problemlos ein Visum über den gewünschten Zeitraum. 

  1. Sie hat ein Rückflugticket 
  2. Zwischen ihren einzelnen Ein-und Ausreisen liegt immer mindestens ein Monat und sie reist aus Übersee ein, nicht aus einem Nachbarland.
  3. Als Grund gibt sie an, dass sie wieder einmal eine Zeit bei ihrem Freund leben möchte. 
  4. Sie wirkt solvent und spricht als Spanierin perfekt Spanisch.

Ein Nomadenleben mit mehreren Aufenthalten in Mexico – bis zu 180 Tagen pro Jahr – ist also auch weiterhin mit Touristenvisum möglich. Es genügt halt nur nicht mehr, mal kurz eben mit dem Bus über die Grenze nach Belize zu fahren. 

Ganz so offensichtlich lassen sich die Behörden nicht mehr austricksen.

So sieht es aus, wenn alles geklappt hat. Der Beamte hat brav seinen Kringel um die maximalen 180 Tage gemacht.

Visum abgelaufen, was tun?

Es ist nicht mehr so lustig die Aufenthaltsdauer zu überziehen. Ich habe mittlerweile von einigen Fällen gehört, in denen „Sünder“ tatsächlich in Abschiebehaft genommen wurden, bevor man sie in einen Flieger gesetzt hat. Diesbezügliche Kontrollen wurde mir aus beliebten Nomadencafés, Busstationen und sogar vom Strand berichtet. Man sollte es ernst nehmen!

Es gibt nämlich nur zwei legale Wege, ein abgelaufenes Visum zu legalisieren und das wäre über die Geburt eines Kindes, oder durch Heirat. Das sind die sogenannten „Humanitären Gründe“.

Für Mexico Freunde, die zwischen 2015 und 2019 mindestens eine vorherige Einreise vorweisen können (also zwei mit der aktuellen), gibt es die Möglichkeit den illegalen Status auf eine 4-jährige Residencia zu legalisieren.

Diese Legalisierung kann bei der Einwanderungsbehörde unter Vorlage des Reisepasses, des abgelaufenen FMM-Dokuments und einer Quittung über die Zahlung der Strafe in Höhe von MXN 13.129 (etwa €560) beantragt werden.

Dieses Programm wurde für Leute geschaffen, die wegen der “Pandemie” in Mexico gestrandet waren und es gilt noch immer. Man sagt, nicht mehr für lange, doch es wird halt so Vieles gesagt. Fakt ist jedenfalls, dass ich letztes Jahr auf diesem Weg zu meiner eigenen Residencia gekommen bin.

Für alle anderen bleibt wirklich nichts anderes übrig, als das Land zu verlassen, ein paar Wochen woanders zu bleiben und dann wieder einzureisen.

Für die Überziehung des Visums muss, wie gesagt eine Strafe bezahlt werden. Dafür muss man sich bereits vor dem Check-In an das Einwanderungsbüro am Flughafen wenden. Bitte plant dafür genug Zeit ein, ohne Quittung über die bezahlte Strafe gibt es keine Bordkarte! 

Die Höhe der Strafe richtet sich nach der Anzahl der Tage. Genaue Werte kenne ich nicht, doch die Beträge sind überschaubar, zwischen 45 und 600 Euro. Bitte auch das einplanen! Mit einem abgelaufenen Visum bei der Einwanderungsbehörde am Airport zu stehen und nicht zahlen zu können, ist so ziemlich das Letzte was ihr brauchen könnt!

Arten von Aufenthaltsgenehmigungen

Wer sich rechtssicher in Mexico niederlassen möchte, wird nicht um eine sogenannte „Residencia“ herumkommen. Eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung berechtigt zum Aufenthalt im Land und zu beliebigen Ein-und Ausreisen.

Sie wird in drei Stufen vergeben:

  1. Residencia temporal para 1 año. Das ist der Einstieg und er ist Pflicht.
  2. Residencia temporal para 4 años. Nach Ablauf des ersten Jahres, kann die einjährige Aufenthaltsgenehmigung um vier Jahre verlängert werden. Das kann nur im Land selbst erfolgen. Also nichts für „Flaggensammler“!
  3. Residencia permanente. Nach Ablauf der vier Jahre bekommt man dann endlich die unbefristete Aufenthaltsgenehmigung. Sie wird auch aus den vorgenannten „humanitären Gründen“ vergeben. Eine weitere Möglichkeit, sofort die „Permanente“ zu bekommen, ist Immobilienerwerb im Wert von mindestens USD 200.000.

Bedingungen für die Residencia

Hier herrscht große Unklarheit, denn es werden sehr unterschiedliche Anforderungen an den Einwanderer genannt. Grundsätzlich gibt es diese Einreisegründe:

  1. Familienzusammenführung. Heirat mit einer Mexikanerin, oder Geburt / Adoption eines Kindes mit mexikanischer Staatsangehörigkeit. Das ist einzige Residencia, die während eines Aufenthalts beantragt werden kann. 
  2. Arbeitsaufenthalt. Hierfür muss der künftige Arbeitgeber einen Antrag an die Einwanderungsbehörde stellen. Mit diesem Antrag kann dann ein Visum beim zuständigen mexikanischen Konsulat beantragt werden.
  3. Studienaufenthalt. Hierfür muss eine Bescheinigung der Schule / Universität vorgelegt werden. Außerdem Nachweise über die Finanzierung des Aufenthaltes. Dann führt der Weg wieder über ein Konsulat.
  4. „Rentista“. Das Wort „Rente“ steckt bereits drin, doch ist hier jeder gemeint, der aus seinem Vermögen, sonstigen Einkünften und natürlich auch seiner Rente leben kann. Die meisten von uns dürften in diese Kategorie fallen.

Welche Anforderungen gestellt werden, um ein „Rentista“ werden zu können, darüber kursieren eine ganze Menge unterschiedlicher Informationen. Und die scheinen alle richtig zu sein!

Bei der Einwanderungsbehörde gibt es nämlich keinen zentralen Katalog, es obliegt jedem mexikanischen Konsulat vor Ort, diese Anforderungen selbst festzusetzen. So kommt es, dass man in Belize schon mit einem Einkommen von 800 USD pro Monat als wohlhabend genug gilt, während die Botschaft in Berlin einen Nachweis über rund 1.600 Euro monatlich fordert.

Wer keine laufenden Bezüge hat, kann seine Solvenz auch mittels Bankguthaben, oder Depotwerten nachweisen. Die erforderliche Höhe der Guthaben variiert ebenfalls.

Ein, ziemlich vermögender, Freund muss sich selbst seit Monaten ein Gehalt zahlen. Das mexikanische Konsulat in Miami will nämlich überhaupt keine Depotauszüge sehen, sondern Gehaltsnachweise. Punkt basta!

Das gilt natürlich auch für die Form in welcher diese Nachweise zu erbringen sind. Ich habe sowohl davon gehört, dass einfache Screenshots ausreichen, als auch, dass die Bank jede einzelne Seite der Konto Auszüge mit Stempel und Unterschrift beglaubigen musste. 

In mir keimt der Verdacht, dass es nicht einmal innerhalb der einzelnen Konsularabteilungen feste Regeln gibt, sondern dass der jeweilige Beamte diese nach eigenem Gutdünken und im Einzelfall aufstellt.

Alles, was ihr zu diesem Thema an Widersprüchlichem hört oder lest, könnte also durchaus stimmen.

Die einzig übereinstimmende Zahl bei allen Quellen, ist der Nachweis von Immobilienbesitz im Wert von USD 200.000 zum sofortigen Erhalt der “Residencia Permanente”. Zu erbringen mittels Treuhandvertrag mit einer mexikanischen Bank.

Das Prozedere beim Konsulat

Es hilft also alles nichts, du musst einen Termin bei der zuständigen Botschaft, oder dem Konsulat machen. In Deutschland sind das die Botschaft in Berlin und das Konsulat in Frankfurt. Von Letzterem habe ich allerhand Gutes gehört.

Besser, wenn du näher an Frankfurt wohnst, denn das Konsulat muss auch für deinen Wohnort zuständig sein. Mal eben von Belize aus beantragen, weil die Anforderungen so schön niedrig sind, geht also nicht. Für Wohnsitzlose könnte allein das zu einer Herausforderung werden. 

Dort wirst du zu deinen persönlichen Verhältnissen befragt und es wird alles geprüft. Das sollte zwischen 14 Tagen und einem Monat dauern.

Geht alles gut, bekommst du ein Einreisevisum in den Paß geklebt, mit welchem du nach Mexiko zum Zwecke der Einwanderung einreisen darfst.

Das Prozedere in Mexico

Den Prozess musst du sodann mit einem Termin bei der örtlichen INM abschließen.

Es empfiehlt sich, den Termin bei der Behörde in Mexico mit genügend Vorlauf zu planen. Das geht online, hier: https://citas.inm.gob.mx/foreign/login/

Du musst dort ein Konto erstellen und kannst dann mittels der Vorgangsnummer, die du vom Konsulat erhalten hast, deinen Termin vereinbaren. 

Derzeit dauert es an der Riviera Maya gute 3 Monate, einen Termin für die Abholung der begehrten Karte zu bekommen. 

Offiziell hast du jedoch nur ein Visum für 30 Tage. Mir wurde zwar versichert, dass das Visum zusammen mit dem Nachweis über die Terminvereinbarung ausreicht, um eine Ausweisung zu verhindern, doch wer möchte schon solche Diskussionen führen? Also am besten den Termin machen, bevor du los fliegst.

Einmal in Mexico angekommen, darfst du dir gleich noch ein Formular zur Begleichung der Kosten herunterladen.

Das geht hier: https://www.inm.gob.mx/gobmx/derechos/

Mit diesem Formular ausgestattet gehst du dann zu einer Bankfiliale und zahlst den Betrag von MXN 4.379 ein. Bitte von allen Dokumenten 3 Kopien machen und mit zum Termin nehmen.

Hast du es bis hierhin geschafft, kann eigentlich nichts mehr schief gehen! Wenn du alles richtig ausgefüllt hast, (Bitte wirklich sorgfältig arbeiten) geht es dann ganz schnell. Fingerabdrücke nehmen, Foto per Computer Cam aufnehmen und schon kommt die begehrte Karte aus dem Drucker.

Vier Jahre Ruhe! Viva Mexico!

Vorsicht mit der Adoptionsnummer!

Es wäre nicht Mexico, wenn es nicht auch ein reichhaltiges Angebot “inoffizieller” Lösungen gäbe. Für mehr oder weniger viel Geld ist hier alles zu bekommen.

So auch die “Residencia Permanente”. Ganz ohne Wartezeit und ohne Immobilien Investment. Für gut 7.000 US-Dollar bieten einige Anwaltskanzleien an, die Adoption eines Kindes zu arrangieren (oder zu fingieren?), was de jure zum sofortigen Erhalt einer Daueraufenthaltsgenehmigung berechtigt.

Es liegt mir fern, das moralisch zu bewerten. Doch allein der Gedanke, dass ich mit dem Recht des Aufenthalts, auch ganz nebenbei einen Erben und eine mögliche Verpflichtung zum Unterhalt erwerbe, macht derartige Angebote für mich unannehmbar. Ein Kind in Mexico zu haben, führt obendrein automatisch zur Steuerpflicht mit dem gesamten Welteinkommen.

Ich hoffe, mein Artikel bringt etwas Klarheit. Für weitere Fragen könnt ihr euch gern per mail an mich wenden. Ich vermittle auch kompetente Hilfe beim Durchlaufen des Einwanderungsprozesses. Die Kosten dafür betragen EUR 500

Beethoven gegen Hausmeister

Mein Leben hat sich anhand einer Kette von Zufällen entwickelt, welche auf den ersten Blick ziemlich irre erscheinen mag. Erst heute, mit genügend Abstand, entdecke ich darin eine geradezu zwingende Logik. 

So habe ich es durchaus mal versucht, den braven, bürgerlichen Weg zu gehen. Als Jura- Student, in München. Mit einem WG-Zimmer, im damals noch gar nicht so hippen, Glockenbachviertel – und einem Job bei der Münchner Wach-und Schließgesellschaft. So nannte sich das älteste „Security Unternehmen“ der Stadt und einen ehemaligen Zeitsoldaten haben sie gern genommen. Besonders, wenn er fließend drei Sprachen beherrschte und ein sauberes Führungszeugnis hatte. Was in dieser Branche alles andere als selbstverständlich war.

Eigentlich konnte ich mich auch gar nicht beschweren über meine Einsätze, außer dass es sich dabei meist um 12-Stunden Schichten handelte. Von 6 Uhr morgens  bis 18 Uhr abends, habe ich bei SIXT Reservierungsanfragen entgegengenommen, oder mir von 9 Uhr bis 18 Uhr in Juweliergeschäften die Beine in den Bauch gestanden. Zusätzlich belastet mit einem Revolver und der Anweisung: „Wenn mal was ist, um Gottes Willen erst werfen, dann schießen!“ 

Die aufgerüschten Damen dort, fanden mich süß. Die Herren in Kashmir mochten mich auch gut leiden und ich lernte wirklich viel über Schmuck, teure Uhren und die Gepflogenheiten in diesem Geschäft. 

Es gab jedoch auch so richtig üble Einsätze, in denen ich von 18 Uhr bis 6 Uhr eine Baustelle bewachen durfte, oder eben die Pforte im Raiffeisen Rechenzentrum…

Das lag im, damals ganz neuen Gewerbegebiet München Aschheim. Dort zu arbeiten, bedeutete für mich Wecken um 4:00, einen erfrischenden Spaziergang zur Bahn und dann eben noch mal gute 20 Minuten Fußmarsch von der S-Bahn Haltestelle zu Rechenzentrum. Damals waren die Winter noch wirklich kalt!

Da saß ich dann, eines Morgens, an der Einfahrt, in einem Pförtnerhäuschen. Vor mir zwei Knöpfe. Einen für „Schranke hoch“ einen für „Schranke runter“. Eine Kladde, um die Kennzeichen der Besucher einzutragen und einen kleinen Radiowecker. Mehr gab es nicht.

Es mögen an diesem Morgen vielleicht drei Stunden von meiner Schicht vergangen sein. Auf dem kleinen Radio hatte ich Bayern 4 Klassik eingestellt und es lief der dritte Satz aus dem Konzert für Orchester, Klavier, Cello und Violine Opus 56 von Ludwig van Beethoven. 

Das ist ein Rondo, in welchem zuerst die Violine eine einfache Melodie spielt, in die das gesamte Orchester einfällt. Dann ist das Cello an der Reihe und wieder das Orchester, danach das Klavier und so weiter. Ein himmlisches Zusammenspiel, eine Überlagerung von Stimmen und miteinander wettstreitenden Solisten. 

Auch wenn meine Lage insgesamt nicht so glorios war, fühlte ich mich durchaus glücklich. Dann kam der Hausmeister.

Grauer Kittel, Hornbrille, Hut, eine deutsche Karikatur. Er forderte mich dazu auf, das Radio abzustellen. 

„Warum?“ fragte ich

„Weil I dös sog!“ entgegnete er.

„Ich kann meine Arbeit wirklich auch mit Musik tun“.

„Mogst frech wern?“ Kam es drohend zurück.

„Nun“ sagte ich in klarem Hochdeutsch „Haben Sie gerade Zeit?“

„Warum?“ blaffte er

„Wir haben nämlich zwei Möglichkeiten: Entweder das Radio bleibt an, oder ich verlasse sofort meinen Posten. Bis ein Ersatz für mich kommt sitzt dann erstmal DU auf meinen Stuhl!“

„Wannst dös machst, schmeißen di doch naus bei der Woch und Schließ!“ Kam es zurück.

„Nun“ gab ich zurück „ich möchte keine Arbeit machen, in der mir idiotische Befehle erteilt werden. Auf so einen Job scheiße ich! Also, was machen wir jetzt?“ damit stand ich vom Stuhl auf und wurde etwas lauter.

„Spinnst jetza? Du tuast, wos I sog!“ schrie der Kittel.

„Dann setz dich hin, du altes Arschloch. Viel Spaß!“

Ich genoß kurz das fassungslose Gesicht dieses alten Nazis, griff mir meine Winterjacke und machte mich auf den Weg nach Hause. Ich habe es gerade auf Google nachgesehen, das waren 11 Kilometer. Ich ging zu Fuß. Es war saukalt, an diesem sonnigen Februarmorgen.

Damals habe ich beschlossen, dass mir niemals wieder in meinem Leben jemand Befehle erteilen darf. Ich war wieder glücklich!

Ein paar Tage später hatte ich einen Termin bei einem Freund meines Vaters. Erfolgreicher Rechtsanwalt im barocken Preysing Palais, gegenüber der Münchner Residenz. Dort saß er, ebenfalls eine barocke Gestalt, hinter einem barocken Schreibtisch, in einem Raum mit gefühlten 5 Metern Luft darüber, bis zur überreich dekorierten Stuckdecke. 

Irgendwie hatte ich die Hoffnung, dass ich bei ihm einen Job bekommen könnte. Doch er erklärte mir zuerst, dass vor mir im besten Fall 20 Jahre harter Arbeit liegen würden, bevor ich vielleicht 20.000 Mark im Monat verdienen würde. Davon hätte ich jedoch wenig, denn es bliebe mir in dem Fall keine Zeit, das Geld auszugeben!

„Außerdem, warum sollte ich Sie einstellen?“

fragte er.

„Wenn Sie frisch aus dem Referendariat kommen, können Sie bei mir bestenfalls die Papierkörbe ausleeren! Und wenn ich Ihnen dann alles beigebracht habe, dann hauen Sie ab und machen mir Konkurrenz“

„Mal ganz ehrlich, was können Sie?“ 

„Ich kann gut schreiben“

„und?“

„Ich beherrsche vier Sprachen“

„und?“

„Ähhh, ich kann Motoren reparieren“

„Sehr gut!“

Kam es hinter dem Schreibtisch hervor

„Dann können Sie ja etwas mit Ihren beiden Händen machen. Warum tun Sie das nicht!“

Google sagte mir gerade, dass die Kanzlei noch noch immer am gleichen Ort existiert, nur der Name hat sich verdoppelt. Offenbar haben zwei Söhne des alten Herrn den Laden übernommen. Für manche Dinge muss man geboren sein.

Dem Freund meines Vaters bin ich deshalb noch heute dankbar für seine deutlichen Worte. Sie haben meinem Lebensweg eine neue Richtung gegeben. Ich bin seinem Rat gefolgt und wurde erst mal Gebrauchtwagenhändler. Schon bald fuhr ich in einem alten Jaguar zur Uni. Wenn ich es denn überhaupt noch mal tat…

Durch diesen alten Jaguar haben sich dann auf wundersame Weise weitere Möglichkeiten ergeben. Das erzähle ich vielleicht ein andermal… wenn Ihr wollt.

Was ist nun die Moral von dieser Geschichte? Arbeite nicht als Pförtner, wenn du Anwalt werden willst! Doch warum willst du dich überhaupt in ein Muster pressen lassen? Mach einfach das, was du gut kannst und der Rest ergibt sich von selbst.

Ich bin kein Impfgegner!

Wer sich impfen lassen möchte, soll das doch meinetwegen tun. 

Meine Kinder sind geimpft, genauso wie die meisten meiner Freunde, das ist kein Thema zwischen uns, ich werde nie ein Wort gegen ihre Entscheidung sagen. Ich selbst bin hingegen nicht geimpft und das soll auch so bleiben. 

Ich erkläre mal kurz, warum: Trotz meiner 60 Jahre bin ich kerngesund, ich war noch nie in meinem Leben ernsthaft krank und habe auch keines der üblichen chronischen Gebrechen und Zipperlein, die viele Menschen meines Alters plagen.

Denn ich habe in den letzten 25 Jahren auf meinen Körper geachtet. Yoga praktiziert, viel gelaufen, mich gesund ernährt, sehr wenig Streß gehabt und immer gut geschlafen.

Ich trinke keine Coca Cola, esse kein Fastfood, rauche nicht und nehme keine Medikamente. Sollte ich mal Kopfschmerzen haben, trinke ich ein Bier und gehe wieder ins Bett. Mein Körper ist mir heilig, doch ein paar Maß Bier haben noch keinem Bayern geschadet.

Der Erste, der das Virus erforscht hat und der Letzte, der sich wissenschaftliche Seriosität bewahrt hat

Im Mai dieses Jahres hat dieser so gestählte Körper eine Infektion mit dem „gefährlichen Virus“ praktisch symptomlos überstanden. Ich muß mich also nicht schützen. Zudem steht inzwischen auch fest, dass Geimpfte dieses Virus in gleicher Weise weitergeben können, wie Ungeimpfte.

Warum zum Teufel sollte ich mir also eine Substanz spritzen lassen, deren Wirksamkeit inzwischen zweifelhaft ist, wobei ihre Nebenwirkungen noch lange nicht ausreichend erforscht sind?

Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was eine Einschränkung meines Grundrechts auf körperliche Unversehrtheit rechtfertigen könnte. Auch wenn das Bundesverfassungsgericht, wahrscheinlich anders urteilen wird, wäre eine allgemeine Impfpflicht ganz klar verfassungswidrig. 

Der oberste Hüter des Rechtsstaats hat in meinen Augen seine Glaubwürdigkeit bereits mit der sogenannten Steuer-CD Entscheidung von 2010 verloren. Damals hat er für verfassungsmäßig erklärt, dass der Staat gestohlene Daten ankaufen darf. Mit anderen Worten: der Staat darf sein eigenes Recht brechen, wenn es ihm gerade in den Kram passt.

Heute morgen habe ich mal wieder mit einem alten Freund telefoniert. Er hat eine große Anwaltskanzlei in München, trägt Lodenmantel mit Hut und ist bestens vernetzt in CSU-Kreisen. Ein Vertreter des konservativen Bürgertums in Reinkultur, kein Querdenker wie ich.

Natürlich ist seine ganze Familie geimpft und er hat sich sogar zu Beginn der Pandemie von seiner Ehefrau separiert. Er blieb in der Stadtwohnung, während sie vom Landsitz aus arbeitete. Damit der Kanzleibetrieb nicht durch eine Erkrankung beider Partner behindert würde! 

Wie wir längst wissen, kam dann doch nicht alles so schlimm, aber noch immer wird uns glauben gemacht, es könne noch schlimmer kommen. Die Politik macht, was sie will und die Justiz segnet es wortlos ab. Dieser Freund spricht davon, dass die heutigen Gesetze mit der gleichen Methodik durchgepaukt werden, wie einst die Nürnberger Rassegesetze. Er spricht von einem Kollaps des Rechtsstaats.

Wenn ein derart besonnener Kopf solche Begriffe verwendet, weiß ich, was die Stunde geschlagen hat. Und bin ich sehr froh, dass ich dieses Land nicht mehr betreten muss.

Ist es denn woanders besser? Ja, nahezu überall!